RWE trotz Wirtschaftskrise weiter gut auf Kurs
RWE hat trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes im ersten Halbjahr 2009 erfolgreich Kurs gehalten. Absatzrückgängen bei Industriekunden stand ein stabiles Haushaltskunden- und Netzgeschäft gegenüber. "Das erste Halbjahr bestätigt, dass wir unsere wesentlichen Ergebnisziele für das Jahr 2009 trotz der Wirtschaftskrise voraussichtlich erreichen können", betont Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.
Konzernumsatz sinkt im ersten Halbjahr um 1,4%
Im ersten Halbjahr 2009 erwirtschaftete der RWE-Konzern einen Außenumsatz von 24,4 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 1,4%. Währungsbereinigt stieg der Umsatz leicht an. Der Stromabsatz reduzierte sich um 11% auf 143,4 Mrd. kWh. Wegen konjunkturbedingter Produktionsrückgänge sank zwar die Nachfrage der Industriekunden. Gleichzeitig hat RWE aber neue Kunden unter den Privathaushalten und Weiterverteilern gewonnen, so dass der Stromabsatz ohne Berücksichtigung der Handelsaktivitäten stabil blieb. Der Gasabsatz sank um 8% auf 168,2 Mrd. kWh.
Betriebliches Ergebnis 4% über Vorjahr
Die operative Ertragslage hat sich im ersten Halbjahr 2009 verbessert. Das EBITDA stieg um 4% auf 5.047 Mio. Euro, das betriebliche Ergebnis um ebenfalls 4% auf 4.084 Mio. Euro. Währungsbereinigt ergibt sich ein Plus von jeweils 5%. Das nachhaltige Nettoergebnis, die Basis für die Dividendenausschüttung, stieg um 5% auf 2.232 Mio. Euro.
RWE Power konnte das betriebliche Ergebnis trotz der Stillstände im Kernkraftwerk Biblis auf der Basis der erzielten Strompreise um 4% auf 1.838 Mio. Euro verbessern. Die Gesellschaft hatte den Großteil ihrer Produktion bereits in früheren Jahren auf Termin verkauft.
RWE Energy erzielte ein nahezu stabiles Ergebnis von 1.405 Mio. Euro. Hier standen positiven Ergebniseffekten aus dem erfolgreichen Effizienzsteigerungsprogramm Margenrückgänge im deutschen und ungarischen Stromvertrieb und negative Wechselkurseffekte gegenüber.
RWE Supply & Trading leistete einen hohen Beitrag zum Ergebnis; dieser kann allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Das betriebliche Ergebnis dieses Konzernbereichs lag bei 738 Mio. Euro und resultiert zum einen aus den Stromtermingeschäften der Vorjahre, die jetzt bei Erfüllung der Lieferverträge IFRS-wirksam geworden sind. Darüber hinaus erbrachte die Optimierung des internationalen Gasbeschaffungs-Portfolios höhere Ergebnisbeiträge.
RWE Innogy hatte auf Grund hoher Anlaufkosten der umfangreichen Investitionen und eines wachsenden Personalaufwands einen Ergebnisrückgang um 21 auf 23 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Gesellschaft hat heute Erzeugungskapazitäten von 1,4 GW am Netz und 500 MW im Bau. Die Projektpipeline - die Basis für das Ausbauziel von 10 GW im Jahr 2020 - ist um ein Drittel auf knapp 17 GW gewachsen.
RWE Dea schloss mit einem betrieblichen Ergebnis von 130 Mio. Euro und damit 195 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Niedrigere Ölpreise und Gasfördermengen begründen diesen Rückgang.
RWE npower erwirtschaftete krisen- und marktbedingt niedrigere Vertriebs- und Erzeugungsmargen, so dass das betriebliche Ergebnis währungsbereinigt um 54% auf 135 Mio. Euro sank. Mit einem zusätzlichen, kurzfristigen Kostensenkungsprogramm tritt die Gesellschaft dem überdurchschnittlich hohen Kosten- und Preisdruck auf dem britischen Markt entgegen.
Kundenbilanz - positiver Trend setzt sich fort
Der positive Trend in der RWE-Kundenbilanz, der sich seit Mitte vergangenen Jahres in Deutschland zeigt, hat sich in der ersten Jahreshälfte 2009 fortgesetzt. Die Zahl der Stromkunden hat sich im Vergleich zum Jahresende 2008 insgesamt um 60.000 erhöht. Einen großen Anteil daran hatte unsere Tochter "eprimo", die zum 30. Juni 577.000 Stromkunden unter Vertrag hatte. Die Zahl der Gaskunden in Deutschland stieg im ersten Halbjahr um 14.000. Der gesamte Unternehmensbereich Energy, der auch die Kunden der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften in Tschechien, Ungarn, Polen, den Niederlanden und der Slowakei betreut, belieferte zum 30. Juni 10,2 Millionen Privat- und Gewerbekunden mit Strom, 3,6 Millionen mit Gas.
RWE npower gewann bei Privat- und Gewerbekunden in Großbritannien 22.000 neue Stromkunden, in Summe hat RWE npower in diesem Segment 4,2 Millionen Stromkunden. Der Marktanteil bei Haushaltsstromkunden liegt bei 15%. Die Zahl der Gaskunden stieg in der ersten Jahreshälfte um 83.000 auf 2,7 Millionen; das entspricht einem Marktanteil von 12%.
Mitarbeiterzahl wächst weiter
Am 30. Juni 2009 beschäftigte der RWE-Konzern 66.812 Mitarbeiter, davon 40% (26.845) im Ausland. Gegenüber dem 31. Dezember 2008 hat sich die Personalzahl um 904 bzw. 1,4% erhöht. Zusätzlich bildet RWE rund 3.000 junge Menschen aus. Davon beginnen etwa 1.000 ihre Ausbildung in diesem Jahr. RWE schafft im Rahmen der Investitionsprogramme in vielen Bereichen neue Stellen, so dass die Mitarbeiterzahl voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte weiter wachsen wird.
Ausblick für das Gesamtjahr 2009 bestätigt
RWE wird mit der Übernahme des niederländischen Versorgers Essent N.V. einen bedeutenden Wachstumsschritt auf dem europäischen Energiemarkt machen. Nach der Zustimmung von 100% der Essent-Anteilseigner und der Genehmigung durch die EU-Kommission will RWE die Transaktion im dritten Quartal abschließen. Eine Lösung für die Übertragung der Essent-Anteile am Kernkraftwerk Borssele ist in Vorbereitung.
Auch ohne die Essent-Transaktion werden Außenumsatz und Ergebnis 2009 aus heutiger Sicht in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Allerdings erwartet RWE in der Stromerzeugung erhebliche Zusatzbelastungen gegenüber 2008, die aus höheren Brennstoffpreisen und längeren Revisionen der beiden Kraftwerksblöcke in Biblis resultieren. Das EBITDA wird sich in der Größenordnung des Vorjahreswertes (8.773 Mio. Euro inkl. betrieblichem Beteiligungsergebnis) bewegen, ebenso das betriebliche Ergebnis (Vorjahr: 6.826 Mio. Euro) und das nachhaltige Nettoergebnis (Vorjahr: 3.367 Mio. Euro). Die Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostensenkung in Höhe von 450 Millionen Euro im Jahr 2009 gegenüber 2006 liegen im Plan.
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