By Rainer Gutknecht | 5 12, 2009 9:56 AM

Bankenverband: Geldinflation wird zu starkem Preisanstieg führen

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Bankenverband: Geldinflation wird zu starkem Preisanstieg führen

Es ist eigentlich eine Binsenweisheit, dass eine übermäßige Erhöhung der Geldmenge, also Inflation, schließlich auch zu einem Preisanstieg führt. Aber derzeit gibt es zwei entgegengesetzte Lager, die einen gehen von einer Deflation aus, die anderen sehen eine starke Teuerung kommen. Es kann aber natürlich auch beides richtig sein, zuerst das eine, und etwas später kehrt sich die Entwicklung um. Dies wäre auch der nach ökonomischer Betrachtung wahrscheinlichste Fall.

Der deutsche Bankenverband bezieht nun Stellung. Obwohl die Banken Nutznießer der billigen Liquidität im Überfluss sind, warnt Verbands-Präsident Andreas Schmitz in den kommenden zwei Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise. Es sei bereits zu viel Geld im Umlauf, und die Menge wieder zu reduzieren sei "so schwer wie Zahnpasta zurück in die Tube zu drücken."

Allerdings dürfte die Teuerung erst nach 18 bis 24 Monaten anziehen, sagte der neue Verbandspräsident Andreas Schmitz der "Bild"-Zeitung. "Danach müssen wir mit einer spürbaren Teuerung rechnen, weil zu viel Geld am Markt ist." Damit lässt Schmitz geschickt ein Zeitfenster, in dem es, wie von vielen anderen Beobachtern erwartet, vorerst zu einer deflationären Entwicklung kommen könnte.

Da die Löhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigt, rechnen viele Ökonomen mit einem Rückgang der Nachfrage für Konsumgüter. In der Folge kommt es zu einem Verfall der Preise, der die Nachfrage weiter sinken lässt, weil die Verbraucher ihr Geld bunkern - in der Hoffnung, dass die Preise noch weiter fallen. Dies wiederum bringt dann noch mehr Firmen in Bedrängnis, die Insolvenzen steigen und immer mehr Kredite platzen. Ein Rückgang der ausstehenden Schulden reduziert aber in gleichem Umfang auch die Geldmenge, die ja im Kreditgeldsystem auf Schuldverpflichtungen basiert. In einem solchen Umfeld käme es kaum zu einer Teuerung, und dieses Szenario wollen die Zentralbanken und Staaten mit der massiven Geldmengenausweitung auch um jeden Preis verhindern.

Nur eben die Preise werden dann tatsächlich sehr hoch steigen. Dies gesteht jetzt sogar der Banken-Verband ein. Ein berühmtes geflügeltes Wort von Keynes lautet: „Langfristig sind wir alle tot.“ Wohl wahr, machen wir uns also keine Sorgen über die Nebenwirkungen der keynesianischen „Nachfragestimulation mit der Notenbankpresse“ - aber in 24 Monaten werden noch die allermeisten am Leben sein und sich mit den lästigen Problemen konfrontiert sehen.

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