By Roger | February 13, 2013 8:26 PM CET

Netanjahu: Bin für entmilitarisierten Palästinenserstaat, der Israel anerkennt

mehr zu Welt

Netanjahu: Bin für entmilitarisierten Palästinenserstaat, der Israel anerkennt

Im Jahr 2009 hat Netanjahu eine Rede an der Bar Ilan-Universität gehalten, in der er die Schaffung eines palästinensischen Staates als Ergebnis des Friedensprozesses begrüsste.

Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu speaks during the weekly cabinet meeting in the northern town of Safed on Oct. 30. Photo by REUTERS/Jack Guez/Pool

In einer kürzlich gehaltenen Rede wiederholte Netanjahu diese Aussage noch einmal: „Ich glaube, dass ein Friede [mit den Palästinensern] so aussehen wird, wie ich es damals in meiner Bar Ilan-Rede dargestellt habe - zwei Staaten für zwei Völker. Es muss einen demilitarisierten palästinensischen Staat geben, der den jüdischen Staat anerkennt," sagt Netanjahu, wie Israel Heute berichtete.

„Unglücklicherweise", fuhr Netanjahu fort, „war es unmöglich, dieses Ziel in gutem Willen auszuhandeln, weil die palästinensische Führung immer wieder unannehmbare Forderungen stellt, um überhaupt an den Verhandlungstisch zu kommen. Die heutige palästinensische Führung hat sehr deutlich gemacht, Israel als rechtmäßige Heimat des jüdischen Volkes nicht zu akzeptieren. Außerdem wird sie auch keiner Demilitarisierung zustimmen."

Ganz anderes hörte sich ein Interview der Aachener-Nachrichten mit dem ehemaligen Botschafter Avi Primor an:

Hat Netanjahu überhaupt ein Interesse an einem fairen Ausgleich mit den Palästinensern? Oder betrachtet er das besetzte Westjordanland als Judäa und Samaria, also als ein Land, auf das die Israelis seit biblischen Zeiten Anspruch haben?


Primor: "Netanjahu ist fest davon überzeugt, dass die besetzten Gebiete bei Israel bleiben sollen. Kompromisse mit den Palästinensern will er lediglich bei Nebensächlichkeiten eingehen. Ihnen tatsächlich die Unabhängigkeit zu geben, dazu sind weder Netanjahu, noch seine Partei, noch seine rechten Bündnispartner bereit."

Weiter erklärt Primor: „Zwar plädiert seit mehr als zwanzig Jahren eine deutliche Mehrheit dafür, auf das Westjordanland zu verzichten. Denn viele wissen, dass ein Ende des Konflikts mit den Palästinensern in ihrem ureigenen Interesse liegt. Aber die meisten Israelis haben inzwischen den Glauben an eine Lösung verloren."

Primor erklärt im Interview nüchtern, dass die Politiker Israels genauso am Konflikt mitschuldig sind wie die palästinensichen Politiker.

Um ein Feedback über diesen Artikel zu geben, schreiben Sie bitte ein e-Mail an r.baettig@IBTimes.com

Jack Guez/Pool / Reuters
Netanjahu
This article is copyrighted by International Business Times.
Bookmark

Diskutieren

Als Gast kommentieren, oder einloggen zum editieren und weiteren Funktionen.
*Name
International Business Times Secutiry Check
Bestätigungs-Code