By Roger | January 24, 2013 6:30 PM CET

Vaclav Klaus: Die EU steht vor einer „Systemveränderung"

mehr zu Politik

Vaclav Klaus: Die EU steht vor einer „Systemveränderung"

In einem Interview mit der NZZ sagte der tschechische Staatspräsident und Eurokritiker, dass die EU in eine Sackgasse geraten ist, und dass es nur noch einen Weg gibt: zurück. Wie dieser Weg aussieht muss das Volk entscheiden.

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus

„Wir sind in Europa zu weit gegangen. Wir sind in einer Sackgasse, weiterzugehen, ist da nicht möglich. In einer Sackgasse gibt es nur einen Weg: nämlich zurück," sagte Klaus.

Und: „In Maastricht wurde ein tragischer Fehler gemacht. Ich habe an sich nichts gegen eine Integration in Europa, aber zum damaligen Zeitpunkt wurde aus der Integration ein Prozess der Vereinheitlichung. Integration ist das eine. Da sage ich sofort Ja zur Beseitigung von Hindernissen an den Grenzen europäischer Staaten. Die Vereinheitlichung und die Zentralisierung, die ab dem Maastricht-Vertrag eingesetzt haben, sind das andere. Das geht in eine falsche, gefährliche Richtung, in Richtung Willkür, die einerseits unsere Freiheit, anderseits unsere Prosperität bedroht," sagte Klaus.

Bereits Mitte der 90er Jahre erkannte er, dass durch die Einführung des Euro auch eine Fiskalunion kommen wird.

Von einer Reform der EU hält der tschechische Staatspräsident allerdings wenig, denn auch die Sowjets haben immer wieder reformiert, ohne dabei das kommunistische System grundsätzlich zu ändern.

Das Wort „Systemveränderung" trifft daher genau das, was die EU heute braucht. Aber „eine Systemveränderung ist nicht eine Frage neuer Gipfelkonferenzen in Brüssel. Wir müssen das Volk in die politische Debatte bringen, nicht die EU-Politiker irgendwo in den Korridoren der Brüsseler Paläste. Das Volk muss entscheiden."

Doch das können und wollen die EU-Politiker natürlich nicht verstehen:  „Die Politiker wollen nicht sehen, wie die Verhältnisse wirklich sind, denn sie sind froh über die EU. Diese bietet ihnen Schutz vor Wählern und Bürgern, die ihnen zu Hause in ihren Ländern das Leben erschweren. Lange haben die Politiker von einer solch angenehmen Position geträumt, wie sie sie nun erreicht haben. Oft wird gesagt, in der EU gebe es ein Demokratiedefizit. Meiner Meinung nach ist dies eine krasse Untertreibung."

Lesen Sie hier das ganze Inverview mit dem tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus.

Um ein Feedback über diesen Artikel zu geben, schreiben Sie bitte ein e-Mail an r.baettig@IBTimes.com

This article is copyrighted by International Business Times.
Bookmark

Diskutieren

Als Gast kommentieren, oder einloggen zum editieren und weiteren Funktionen.
*Name
International Business Times Secutiry Check
Bestätigungs-Code