By Roger | January 9, 2013 6:56 PM CET

Nigel Farage: „Wir steuern in eine Welt der steigenden Zinssätze"

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Nigel Farage: „Wir steuern in eine Welt der steigenden Zinssätze"


Gestern hatte Nigel Farage, Leiter der UK Independence Party, in einem Interview mit King World News über seine größten Sorgen für das neue Jahr gesprochen. "Was mich wirklich besorgt, und ich denke, dies geht über das Jahr 2013 hinaus, aber ich denke, dass dies das einzige ist, was sich ändern wird: Wir haben seit 2008 in einer Zeit gelebt, in der die Zinssätze praktisch Null sind. Während dieser Zeit haben die Regierungen riesige Mengen an Schulden aufgehäuft, und sind dabei weiterhin riesige Haushaltsdefizite zu fahren."

Nigel Farage im Interview mit BBC

"Ich bemerkte am Ende der letzten Woche, dass der 10-Jahres-UK-Bond plötzlich bei 2 % gehandelt wurde. Für mich ist das ein Markierungspunkt. Es ist ein Punkt, der sagt: ,Die Zeit der niedrigen Zinsen dauert nicht ewig.´ Eigentlich müssen alle diese Programme wie das QE, wie Sie und ich es vorhin besprochen haben, am Ende inflationär wirken.

Und ich denke, wir steuern in eine Welt der steigenden Zinssätze. Dann werden unsere Regierungen, die weiterhin diese Defizite aufhäufen, reale, echte Probleme bekommen....

Ich weiß, GB ist im Vergleich zu den USA nur ein kleines Land, aber unser Schuldendienst ist bereits höher als unser Verteidigungshaushalt. Mit den momentan niedrigen Zinssätzen verkraften wir das. Doch was wird geschehen, wenn die Zinsen auf 2%, 3%, 4%, 5% steigen werden? Die Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen und natürlich auf die Steuerzahler sind fast zu schrecklich, dass man in der Politik heute nicht darüber nachdenken will.

Mein Geist und meine Gedanken konzentrieren sich heute auf meine Bedenken bezüglich der Zinssätze. Und ich werde auch weiterhin das Argument ausführen, dass die westlichen Regierungen, wenn sie weiterhin in der Welt überlegen sein wollen, dann müssen sie endlich anfangen, diese Haushaltsdefizite unter Kontrolle zu bringen, sonst wird sich der Machttransfer von West nach Ost noch weiter beschleunigen."

Farage fügte hinzu: "Der Präsident der Kommission, José Manuel Barroso, sagte gestern (paraphrasiert): ,Die Euro-Krise ist vorbei. Alles ist schön und gut. Somit könnt Ihr Euroskeptiker schon mal Euere Koffer packen und nach Hause gehen. Es gibt hier nichts zu sehen, gehen Sie endlich.´ Nun, ich kann nur sagen, dass er ein Idiot ist. Ich meine, was für eine andere Schlussfolgerung könnte man sonst ziehen?

Ja, es ist schon wahr, dass Herr Draghi, der Präsident der EZB, vor ein paar Monaten sagte: ,Wir werden alles tun was nötig ist, (um den Euro zu retten).´ Und Frau Merkel hat in ihrem Wahljahr deutlich gemacht, dass die Deutschen alles tun werden, um die Rissbildung vor diesen Wahlen im Herbst zu stoppen.

Aber nichts hat sich geändert. Die Fundamentaldaten haben sich nicht geändert. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den Mittelmeerländern immer noch fast 60 %. Die Volkswirtschaften schrumpfen weiter. Man wird immer noch aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, die offen gesagt, in jeder Hinsicht völlig unhaltbar sind. Jetzt also zu sagen, dass sie (die Krise) vorbei ist, das ist einfach nur lächerlich. Die Krise ruht, das ist aber auch schon alles."

Eric King: "Nigel, ich wollte Dich noch über Griechenland befragen. Von Bloomberg: Griechenland steht vor einer Heizölkrise. Mit einer Wirtschaft, die während 5 Jahren schrumpfte und einer Arbeitslosenquote auf einem Rekordhoch von 25 % können die Bewohner in Nordgriechenland ihre Häuser nicht mehr heizen. Kastoria hat von der Zentralregierung keine Mittel erhalten, um die Schulen zu heizen; und der Bürgermeister sagte, er werde alle 53 Schulen schließen, anstatt die Kinder frieren zu lassen. In einem Seniorenheim in Kastoria spielten mehrere Dutzend grauhaarige Männer Karten. Unter ihnen ist Kostas Tsitskos, der sagte, dass ihn die heutige Situation an die Verwüstungen verursacht durch die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnerte: "Die Menschen suchten damals und heute im Müll nach Nahrung. Im Zweiten Weltkrieg tauschten die Menschen ihre Möbeln gegen Lebensmittel. Wenn sich die Situation weiter verschlimmert, dann werden auch wir unserer Möbel eintauschen." „Was sind Deine Gedanken zu dem, was in Griechenland passiert?"

Farage: "Weißt du, was ich tun werde? Ich werde diese Geschichte über das Heizöl, und die Tatsache, dass Schulen schließen, und die schiere Höhe der Verzweiflung der Menschen nicht nur in Athen sondern auch außerhalb von Athen und das, was die Menschen durchmachen, aufnehmen und am nächsten Mittwoch, wenn ich Herrn Barroso von Angesicht zu Angesicht im Europäischen Parlament treffe, sagen: Sie mögen denken, dass die Eurokrise vorbei ist, aber schauen Sie sich nur mal das Elend an, dass Sie diesen Menschen zufügen. Seien Sie nicht überrascht, wenn diese gegen Sie rebellieren, denn am Ende wird das der letzte Ausweg sein, der diesen Menschen noch bleibt.

Seit Jahren habe ich davor gewarnt, dass wir auf einen sehr schlechten Platz zusteuern. Und wissen Sie, was? Wir sind schon fast da."

Quelle: http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2013/1/8_Nigel_Farage_-_This_Is_My_Greatest_Worry_As_We_Head_Into_2013.html

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