By Roger | November 15, 2012 8:54 PM CET

Nigel Farage: Wir werden noch viel mehr Proteste und Gewalt sehen

mehr zu Politik

Nigel Farage: Wir werden noch viel mehr Proteste und Gewalt sehen

Nigel Farage, Mitglied des Europäischen Parlaments, sprach gestern mit King World News über das anhaltende Chaos auf den Straßen Europas: "Streiks, Streiks, Streiks. Viele, viele Streiks und Demonstrationen. Große Streiks heute im Mittelmeerraum, aber sie fangen nun an, sich nach Norden zu bewegen. In der Tat gab es heute einen sehr großen Streik in Belgien."

Demo in Madrid

"Ich sollte heute eigentlich im Europäischen Parlament sein, konnte aber nicht dorthin gelangen. Keine Flugzeuge und keine Züge wegen den Streiks gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Streiks werden nun zu einem fast alltäglichen Lebensmerkmal in Europa.

Wenn die Menschen ihre Hoffnungen nicht durch ihre eigenen direkt gewählten Vertretern erfüllt bekommen, dann bleibt ihnen nichts anderes mehr übrig, als in immer größerer Anzahl auf die Straßen zu gehen. Doch dies sind keine friedlichen Streiks. Das sind nicht nur Menschen, die auf der Straße mit Transparenten marschieren. Wir reden hier über Tränengas, Gummigeschosse, Gewalt und viele Verletzungen. Das sind sehr, sehr böse Dinge, und ich sehe absolut keine Aussicht auf eine kurzfristige Beendigung.

Es spielt keine Rolle, wie viele Menschen hungern oder obdachlos sind. Das ist egal. Das 'Großartige Europäische Projekt' muss weitergehen. Aus diesem Grund sage ich ohne zu zögern, dass ich mit den Architekten des europäischen Projekts nicht nur nicht einverstanden bin, sondern, dass ich zudem auch glaube, dass dies grundsätzlich böse und gefährliche Menschen sind.

Wir haben kürzlich miteinander über Griechenland geredet, als dort eine Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent herrschte. Die letzten Zahlen, die ich sah, waren (schockierende) 57 Prozent. So schreiten wir nun in Richtung von 60 Prozent (Jugendarbeitslosigkeit). Was wir sehen ist, so befürchte ich, etwas sehr ähnliches wie die Weimarer Republik und diesen Zusammenbruch in Deutschland der frühen 1930er Jahre, was Hitler an die Macht brachte.

Ich sage nicht, dass Hitler zurückkommt, um Europa heimzusuchen. Was ich sage ist, ist es nicht wirklich erstaunlich, dass wir in Südeuropa den Nazismus auf dem Vormarsch haben?"

Farage fügte hinzu: "Das Feedback, das ich aus ganz Europa erhalte, und ich rede von Polen, der Tschechischen Republik, Griechenland, Spanien, etc., das Feedback ist erstaunlich. Vor ein paar Monaten hielt ich eine Rede über Spanien und wies auf die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage innerhalb der Eurozone hin und erklärte warum das Land die EZ verlassen sollte.

Diese Rede wurde ins Spanische übersetzt, und wissen Sie, eine Million Menschen sahen sie auf Youtube innerhalb von nur zwei Wochen. Es gibt also einen riesigen Hunger, es gibt einen riesigen Appetit der Menschen da draußen. Menschen suchen nach Alternativen, sie suchen nach Kühnheit und nach Mut. Und leider werden sie das alles nicht von ihrer eigenen politischen Klasse bekommen."

Farage sprach auch über seine größte Angst: "Ich denke, die größte Sorge ist, dass wir eine Art totalen Zusammenbruch des Vertrauens in der Gesellschaft sehen werden. (Verlust des) Vertrauens nicht nur in die Regierung, sondern auch in die Polizei, die Armee und alles andere. Ich befürchte wirklich, dass wir Konfrontationen im großen Maßstab in Südeuropa sehen werden, bei denen viele Menschen verletzt oder getötet werden. Das ist meine größte Angst."

Um ein Feedback über diesen Artikel zu geben, schreiben Sie bitte ein e-Mail an r.baettig@IBTimes.com

This article is copyrighted by International Business Times.
Bookmark

Diskutieren

Als Gast kommentieren, oder einloggen zum editieren und weiteren Funktionen.
*Name
International Business Times Secutiry Check
Bestätigungs-Code