By Roger | October 29, 2012 3:37 PM CET

Soosan Firooz: Erste afghanische Rapperin optimistisch für die Zukunft

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Soosan Firooz: Erste afghanische Rapperin optimistisch für die Zukunft

In einem Land, in dem Frauenrechte noch immer heftig umstritten sind, hat Soosan Firooz eine starke neue Stimme in die Debatte um Afghanistan eingebracht.

Soosan Firooz: Erste afghanische Rapperin

Im Alter von nur 23 wurde die afghanische Schauspielerin die erste weibliche Rapperin des Landes. Sie machte ihr Debut in einem Lied, in dem sie die Erfahrungen und die Schmerzen von ehemaligen Flüchtlingen anspricht.

Die Musik ihres Raps, "Unsere Nachbarn", wurde von ihrem Lehrer, dem bekannten afghanischen Musiker Farid Rastagar komponiert. Rastagar wurde Soosans Mentor und glaubt, Musik ist wichtig für junge Menschen im Land. "Nur eine Sache kann junge Menschen wirklich begeistern, und das ist die Musik. In den vergangenen 10 Jahren wurden viele Sänger, und es gibt jetzt so viele neue Radio-und TV-Stationen", sagt er. "Musik hat eine Menge in Afghanistan verbessert, und diese junge Generation hat das Talent. Sie wollen den Menschen sagen, dass sie weder Extremisten noch Taliban sind. Und sie wollen helfen, das Land zu verändern."

Die Texte sprechen von Krieg und Verzweiflung - und doch auch von Hoffnung und Widerstand: „Als der Krieg in unserem Land begann, gab es Schüsse, Artillerie, Raketen. Alle unsere Bäume wurden niedergebrannt. Der Krieg zwang uns, unser Land zu verlassen. Aber wir sind zuversichtlich für die Zukunft in unserem Land. Und wir bitten unsere Nachbarländer uns in Ruhe lassen.''

"Meine Lieder sagen: Hört meine Geschichte, während ich ihnen sage, was mir im Exil passiert ist. Und hört was mit unserem Volk passiert, welches vom Krieg geflohen ist. Im Iran wurden einige unserer Leute drogenabhängig und in Pakistan wurden einige unserer Leute zu Terroristen," sagte Firooz.

Doch was machte sie zur Rapperin? "Ich hörte andere afghanische Rapper, und erkannte, dass ich meine Gefühle mit meinen Leuten singend teilen kann."

Nachdem Soosan vor sieben Jahren aus Pakistan zurückkehrte, konnte ihre Familie es sich nicht leisten, sie zur Schule zu schicken. Sie musste eine Arbeit finden. Zunächst war sie Näherin, aber dann - als die Familie nach Kabul zog, wurde sie Schauspielerin. Heute unterstützt sie ihre Familie, indem sie bei populären Seifenopern mitspielt.

Aber auch heute gibt es Gefahren, mit denen sie lernen musste umzugehen. "Meine Familie unterstützt mich, und sie sind stolz auf mich", sagt sie. "Allerdings gibt es einige Leute, die mich anrufen, mir drohen, und sagen, wenn ich weitermache, dann werden sie Säure auf mein Gesicht sprühen. Aber ich habe keine Angst. Ich werde auch weiterhin singen."

Ihr Vater, Abdul Ghafar Farooz, gab seinen Job auf und begleitet nun seine Tochter zu den Studios, um sicherzustellen, dass sie sicher ist. Sein Stolz auf seine Tochter ist klar. "Natürlich mache ich mir manchmal Sorgen um sie, aber Soosan ist ein tapferes Mädchen. Ich habe ihr auch gesagt, nicht über die Gefahren nachzudenken, sondern ihre Arbeit fortzusetzen. Wir haben keine andere Wahl. Dies ist unser Land. Wir waren eine lange Zeit Flüchtlinge. Aber ich optimistisch für die Zukunft hier."

Soosan will in Afghanistan bleiben, um ihre Botschaft zu vermitteln. "Ich will den Afghanen, die noch Flüchtlinge sind, sagen sie sollen zurück kommen, um mit uns gemeinsam für unsere Zukunft zu arbeiten."

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