By Roger | October 10, 2012 12:34 PM CEST

Saudi-Araber: Nicht Israel sondern Korruption und Diktatoren sind die wahren Feinde

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Saudi-Araber: Nicht Israel sondern Korruption und Diktatoren sind die wahren Feinde

Ein saudi-arabischer Journalist sagt, dass die "wahren Feinde der arabischen Welt" Korruption und Diktatoren sind und nicht der jüdische Staat. Die Ressourcen, die für Kriege gegen Israel verschwendet wurden, hätten besser für Bildung, Gesundheit und Infrastrukturen investiert werden sollen.

Abdulateef al-Mulhim in den Arab News

Ein Artikel eines saudi-arabischen Journalisten, räumt mit der konventionellen Weisheit der arabischen Welt auf, insbesondere wenn es um Israel, der angeblichen Wurzel allen Übels in dieser Region geht. Der Journalist erfreut sich einer rapide wachsende Popularität im Internetz und entzündet eine neue Debatte über den arabischen Frühling.

Unter der Überschrift "Arabischer Frühling und der israelische Feind", wundert sich der Schriftsteller über die verschwendeten Ressourcen insbesondere im Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948, im Sechs-Tage-Krieg von 1967 und im Yom-Kippur-Krieg im Jahre 1973-

"Was waren die tatsächlichen Kosten für die Nichtanerkennung Israels im Jahr 1948 und warum haben die arabischen Staaten ihre finanziellen Mittel anstelle in Kriege nicht in Bildung, Gesundheitsversorgung und in die Infrastrukturen investiert?", fragte sich Abdulateef al-Mulhim in den Arab News, eine saudi-arabische Zeitungen in englischer Sprache, deren Website "Hunderttausende Klicks jeden Tag" aus der ganzen Welt erhält.

"Aber die schwierigste Frage, die kein arabischer Staat hören will, ist doch, ob Israel der wahre Feind der arabischen Welt und der arabischen Völker ist", schrieb al-Mulhim.

"Ich beschloss, diesen Artikel zu schreiben, nachdem ich Fotos und Berichte über ein hungerndes Kind im Jemen, abgebrannte Häuser in Aleppo in Syrien, den unterentwickelten Sinai in Ägypten, Autobomben im Irak und über die zerstörten Gebäude in Libyen sah", schrieb er.

"Die Gemeinsamkeit bei all dem, was ich sah, war dass die Zerstörungen und Gräueltaten nicht das Werk eines äußeren Feindes waren. Der Hunger, die Morde und die Zerstörung in diesen arabischen Ländern werden durch die gleichen Hände verursacht, die die Einheit dieser Länder bilden und schützen sollten und zum Schutz der Menschen in diesen Ländern beauftragt sind. Also, die Frage ist jetzt, wer ist der wahre Feind der arabischen Welt ist", fragte er sich.

Al-Mulhim fuhr fort: "Die wahren Feinde der arabischen Welt sind Korruption, Mangel an guter Bildung, Mangel an einer guten Gesundheitsversorgung, Mangel an Freiheit, Mangel an Respekt vor Menschenleben und schließlich viele Diktatoren in der arabischen Welt, die den arabisch-israelischen Konflikt benutzten, um ihre eigenen Landsleute zu unterdrücken."

"Diese Grausamkeiten von Diktatoren gegen ihre eigenen Völker sind weit schlimmer als all die vollen Konsequenzen der arabisch-israelischen Kriege," fügte er hinzu und fragte sich, ob die Misshandlungen von Palästinensern durch israelische Soldaten noch vergleichbar wären mit den verheerenden Umwälzungen in der Region, dem Bürgerkrieg in Syrien, der Korruption in Tunesien, bei der der ehemalige Diktator 13 Milliarden Dollar seines verarmten Volkes stahl.

Al-Mulhim rief die arabischen Länder dazu auf, endlich aufzuhören, die Schuld für alle Nöte der Region in Israel zu suchen: "Jetzt ist es Zeit, die Kriege zu beenden und damit anzufangen, bessere Lebensbedingungen für die Zukunft der arabischen Generationen zu schaffen."

Der Artikel erhielt auf weit über 300 Kommentare, von denen einige al-Mulhim's "mutige" Worte lobten und andere seine Darstellung der Ereignisse, und insbesondere seine Sicht, dass es die Palästinenser "besser" als viele andere Araber hätten, kritisierten.

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