By Roger | September 7, 2012 2:37 PM CEST

Scientology macht Anhänger per Vertrag zu willenlosen Sklaven

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Scientology macht Anhänger per Vertrag zu willenlosen Sklaven

Wilfried Handl, ehemaliger Leiter der Scientology in Österreich und heute erbitterter Gegner der Sekte, hat auf seinem Blog das Exemplar eines Mitarbeitervertrages der Sekte gepostet.

Erklärung der religiösen Verpflichtung und Antrag auf Mitgliedschaft in einem religiösen Orden der Scientology

Das Schriftstück nennt sich „Erklärung der religiösen Verpflichtung und Antrag auf Mitgliedschaft in einem religiösen Orden der Scientology" und macht seinen Unterzeichner Absatz für Absatz zu einem willenlosen Sklaven.

Ab dem zweiten Absatz wird der Vertrag spannend. Man reibt sich die Augen, wenn man da liest: „Weiterhin ist mir bekannt, dass alle Mitarbeiter der Kirche, einschließlich meiner selbst, Mitglieder eines religiösen Ordens sind, dass sie aufgrund ihrer religiösen Verpflichtung dienen und nicht mit der Absicht, finanzielle Entschädigung zu erhalten. Ferner ist mir bewusst, dass diese Art des Dienstes alle kommerziellen und finanziellen Beweggründe ausschließt."

Im Absatz 3 wird es dem Leser dann ziemlich gespenstisch:

„Jeder Mitarbeiter betrachtet sich selbst als Freiwilligen, der eine bessere Welt erschafft und nicht als Angestellter; d.h. er erwartet keine weltlichen Vorteile wie z.B. Mindestlohn oder Überstundenvergütung."

Weiter heißt es:

„Die Day-Organistaion arbeitet wochentags, die Foundation arbeitet abends und an Wochenenden. Es wird von Mitarbeitern erwartet, dass sie in ihrer Freizeit studieren und zusätzliche Pflichten übernehmen."

Und:

„Die Kirche macht keine Zahlungen in irgendwelche Pensionkassen oder andere Altersvorsorgeprogramme."

Weiter unten erfährt der erstaunte Leser, dass die Mitarbeiter „bestimmte Vergütungen", ja sogar „Taschengeld" von Scientology bekommen. Aber genaueres erfährt man nicht. Es heißt da ausweichend: „Die Summe der wöchentlichen Zuwendungen richten sich nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten innerhalb der Kirche." Von einem Lohn ist im ganzen Vertrag nirgends die Rede.

Nachdem dem Mitarbeiter jeden Anspruch auf Entlöhnung abgesprochen wurde, und er sich zudem auch noch bereit erklärt hat, unbegrenzt Überstunden zu leisten, werden seine familiären Verhältnisse zu Gunsten der Sekte geklärt. Der Unterzeichner verpflichtet sich keinen Ehepartner, Elternteil oder Vormund zu haben, der Scientology feindlich gegenüber steht.

Zu Recht nennt Handl diesen Vertrag ein „Einverständnis, zukünftig als glücklicher Sklave tätig zu sein."

Erklärung der religiösen Verpflichtung und Antrag auf Mitgliedschaft in einem religiösen Orden der Scientology
Erklärung der religiösen Verpflichtung und Antrag auf Mitgliedschaft in einem religiösen Orden der Scientology


 

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