By Roger | August 15, 2012 4:58 PM CEST

Nouriel Roubini: 3 Szenarien für die Weltwirtschaft

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Nouriel Roubini: 3 Szenarien für die Weltwirtschaft

In einem Interview mit Bloomberg erklärte Nouriel Roubini, dass es für die gegenwärtige Ausgangslage drei völlig verschiedene Szeniaros über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft gibt.

Nouriel Roubini

Nouriel Roubini: „Ich würde sagen, dass es drei Szenarien gibt. Das erste Szenario sind weitere wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten in den Industrieländern. Dabei wird aber keine Katastrophe ausgelöst werden. D. h. wirtschaftliche Schäche in den Industrieländern unter der Vermeidung einer weiteren globalen Wirtschafts- und Finanzkrise.

Das zweite Szenario wäre der perfekte Sturm. Dies ist dann eher das Negativ-Szenario, in dem in der Euro-Zone das Chaos ausbricht, weitere Länder den Zugang zum Kapitalmarkt verlieren werden, mehrere Länder Bankrott anmelden werden und einige Länder aus der Eurozone austreten müssen. Das Wachstum der US-Wirtschaft wird sich verlangsamen, bevor es zu einer Ausbremsung und dann zu einem Platzen der ganzen Blase kommt. In China wird es zu einer harten Landung kommen, während das Wachstum der Schwellenländer sich extrem verlangsamt. Im Nahen Osten wird es zu einem Krieg zwischen dem Iran und Israel und den USA kommen. Damit hätten wir alle Krisen auf einmal. Das wird der perfekte Sturm sein.

Wissen Sie, der Perfect Storm ist nicht mein Basisszenario, aber ich würde sagen, dass alle fünf dieser negativen Trends in einer weniger extremen Art und Weise bereits im Gange sind. Die Euro-Zone ist ein Zug, der in Zeitluppe aus der Schiene springt. Die US-Wirtschaft verlangsamt sich. Die chinesische Landung sieht eher härter als weicher aus. Die Wirtschaften anderer Nationen verlangsamen sich ebenfalls. Und die Spannungen im Nahen Osten bauen sich weiter aus. So fährt die Weltwirtschaft im nächsten Jahr auf einer sehr holprigen Straße.

Dann gibt es noch das optimistische Szenario, in dem sich die Dinge in den USA langsam, langsam verbessern, in dem sich die Euro-Zone so durchwurstelt und vielleicht in die Richtung einer wirtschaftlichen und steuerpolitischen Union geht. China könnte eine weiche Landung haben. Die Schwellenländer würden ihre Strukturreform angehen, um weiter zu wachsen. Und wir würden im Nahen Osten einen Konflikt vermeiden.

Nun, falls all diese Dinge passieren würden, gut ich erwarte das nicht für nächstes Jahr, dann würde die Welt hohes wirtschaftliches Wachstum erfahren. Aber vielleicht werden ja die Schwellenländer wachsen. Und vielleicht werden auch die Industrieländer nach zwei oder drei Jahren von der holprigen Straße wegkommen und wieder zu wachsen lernen. Wachstumspotenzial ist vielleicht das beste auf was wir in diesem Augenblick hoffen können."

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