By Roger | July 19, 2012 5:16 PM CEST
Terroranschlag auf Israelis in Bulgarien - Steckt der Iran dahinter?
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Terroranschlag auf Israelis in Bulgarien - Steckt der Iran dahinter?
Der verheerende Terroranschlag gestern auf einen Reisebus voll besetzt mit Israelis in der bulgarischen Hafenstadt Burgas lässt noch viele Fragen offen, obwohl der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu nur gerade mal drei Stunden nach dem Anschlag den Iran und die Hisbollah als Drahtzieher erkannte.

Die Reisenden kamen mit dem Flugzeug aus Tel Aviv und waren gerade in einen Bus umgestiegen, um in das Hotel Globus in Burgas zu fahren. Zum Zeitpunkt der Explosion (17.30 Uhr Ortszeit) waren insgesamt 44 Passagiere im Bus, teilten bulgarische Medien mit. Der Bus befand sich noch am Flughafen-Terminal.
Burgas ist die viertgrößte Stadt in Bulgarien und ein beliebtes Urlaubsziel am Schwarzen Meer. Als Industrie- und Hafenstadt ist sie das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum des gesamten Südostens von Bulgarien. Bürgermeister Dimitar Nikolov sagte, der Sprengstoff habe sich im Kofferraum des Busses befunden. Ein israelischer Augenzeuge berichtete, wie der Bus mit den Urlaubern vor seinen Augen in Flammen aufging.
Die Explosion am Mittwoch ereignete sich nur wenige Monate nach Anschlägen auf Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Tiflis, Georgien und Indien. Am vergangenen Wochenende wurde ein Attentat auf israelische Ziele in Zypern vereitelt. Nach Angaben der Zeitung Times of Israel warnte das israelische Außenministerium bereits im Januar vor möglichen Anschlägen auf israelische Staatsbürger in Bulgarien.
Die israelische Regierung geht davon aus, dass der Iran, der in den letzten Jahren immer wieder Anschläge gegen jüdische Zivilisten plante, hinter diesem Terrorangriff steckt.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nur drei Stunden nach dem Anschlag: „Alle Zeichen deuten auf den Iran hin.". Und: „Dies ist eine iranische Terrorwelle, die sich über die gesamte Welt ausbreitet. Israel wird mit Stärke auf iranischen Terror reagieren."
Ulrich W. Sahm, Korrespondent bei IsraelNetz.com, äußerte seine Verwunderung über diese schnelle Reaktion. Die Gewissheit über die Täter so kurz nach der Tat sei erstaunlich. Denn als Benjamin Netanjahu seine Schuldzuweisung mitsamt der Drohung einer „heftigen israelischen Reaktion" veröffentlichte, war nicht einmal klar, wie viele Israelis ums Leben gekommen waren.
Die israelischen Verdächtigungen gegen den Iran als Drahtzieher und gegen die Hisbollah als ausführender Arm sind aber nicht ganz aus der Luft gegriffen. Denn rein zufällig war am Mittwoch der 18. Jahrestag des Selbstmordanschlags auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires, bei dem 85 Menschen getötet und über 300 verletzt wurden.
Das war der größte Terroranschlag in der Geschichte Argentiniens. Argentinische Staatsanwälte machten später die Regierung im Iran und die Hisbollah für das Attentat verantworlich.
Als Drahtzieher gilt der heutige iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi. Imad Mughnije, der meistgesuchte Terrorist der Welt und zugleich Militärchef der Hisbollah, soll jenen Anschlag geplant haben. Doch der wurde 2008 gezielt in Damaskus mit einer Bombe in der Kopfstütze seines Autos durch „Unbekannte" getötet.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte "entsetzt und bestürzt" auf die Nachrichten aus Burgas. "Ich verurteile den tödlichen Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien auf das Schärfste. Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden", erklärte Westerwelle in Berlin.
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