By Roger | July 12, 2012 5:04 PM CEST

Nestlé-Präsident Peter Brabeck warnt vor Wasserknappheit

mehr zu Unternehmen

Nestlé-Präsident Peter Brabeck warnt vor Wasserknappheit

Nestlé-Präsident Peter Brabeck hat einen neuen Berg zu erklimmen. Der 67-Jährige versucht weltweit führende Politiker in Bewegung zu setzen, um eine eine drohende Wasser-Krise abzuwenden.

Nestlé-Präsident Peter Brabeck

Der Österreicher führt den weltweit größten Nahrungsmittelkonzern und hat dabei eine Leidenschaft für das Thema Wasser entwickelt. Er sieht Wasser als entscheidende Quelle für die Zukunft des Herstellers von Marken wie Nespresso und KitKat.

Nestle ist bereits heute der Top-Seller von Wasser in Flaschen, was Brabeck auf einen Kollisionskurs mit einigen Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten brachte, die gegen den Einbezug des Privatsektors in die Bereitstellung des ultimativen Lebens-Elixiers sind.

„Meiner Meinung nach, ist Wasser die wichtigste Ressource für die Menschheit im Allgemeinen. Und dennoch ist es nicht als solches geschätzt noch bewertet," sagte er zu Reuters.

Brabeck warnt, dass innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahren ein Drittel der Weltbevölkerung Wasserknappheit und damit auch einen Rückgang bei der Nahrungsmittelproduktion erleiden können.

"Die Welt hat jetzt schon zu wenig Wasser ", sagte Brabeck in einem Interview in seinem Büro im fünften Stock des Nestlé-Hauptsitzes in Vevey, mit Blick auf funkelnde Genfersee.

"Die Welt wird nicht in der Lage sein, so schnell zu wachsen, wie sie es in der Vergangenheit getan hat, wenn wir nicht die Wasserseite in den Griff bekommen."

Die Tatsache, dass Politiker den Biokraftstoff gefördert haben, um den CO2-Ausstoß, der für die Erderwärmung verantwortlich gemacht wird, zu reduzieren zeigt, wie gering Wasser geschätz wird: Man benötigt 9.100 Liter Wasser, um die Kulturen wachsen zu lassen, die einen Liter Biodiesel produzieren, erklärte Brabeck.

Ein Bild der Gesundheit mit permanenter Bräune im Gesicht, ist Brabeck eine wandelnde Werbung für Nestle. Zum Frühstück Nespresso und dunkle Schokolade, Mittagessen in der Betriebskantine und zu Hause kocht er mit Produkten von Maggi oder Buitoni.

Brabeck war in den letzten 25 Jahren eine treibende Kraft hinter dem Wassergeschäft des Konzerns. Nestle kaufte Perrier und San Pellegrino und hat seit der Markteinführung von Pure Life in den Emerging Markets nun das weltweit meist verkaufte Markenwasser im Sortiment. Wasser in Flaschen machen heute bei Nestle einen Anteil von fast 8 Prozent des gesamten Umsatzes (83,6 Milliarden Schweizer Franken) aus.

Umweltschützer, die einst aus Protest Brabeck mit Wasser übergossen hatten, behaupten, dem Konzern gehe es nur darum, die Kontrolle über die lokalen Quellen und Grundwasser zu erlangen, um dann Wasser zu einem teuren Preis verkaufen zu können.

Aber Brabeck sieht keinen Widerspruch: „Ich habe nie verstanden, dass wenn ich Zucker ins Wasser tue, ein guter Mensch bin, aber wenn ich reines Wasser verkaufe, ich dann der Böse bin", sagte Brabeck.

Besonders für die Kinder sei er stolz und glücklich, um jede Flasche Wasser. „Es ist ein Weg, um das Problem der Fettleibigkeit zu überwinden."

Brabeck, der einst angeblich in einen Blindtest alle sechs verschiedenen Mineralwässer korrekt erkannte, scheint Kontroversen zu genießen. Als Vater von drei Kindern und jetzt Großvater, zeigt er keine Anzeichen einer Ermüdung. "Ein Unternehmen wie dieses kann nicht an der Spitze bleiben, wenn Sie nicht an jedem einzelnen Tag daran denken, dass das Rennen läuft, und wer schläft, verliert", sagte er.

Um ein Feedback über diesen Artikel zu geben, schreiben Sie bitte ein e-Mail an r.baettig@IBTimes.com

This article is copyrighted by International Business Times.
Bookmark

Diskutieren

Als Gast kommentieren, oder einloggen zum editieren und weiteren Funktionen.
*Name
International Business Times Secutiry Check
Bestätigungs-Code