By Roger | July 10, 2012 4:08 PM CEST

Gerd Habermann - ESM und Fiskalpakt symbolisieren das Scheitern der Euro-Idee

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Gerd Habermann - ESM und Fiskalpakt symbolisieren das Scheitern der Euro-Idee

Der Blog 30 Years sprach mit Wirtschaftsphilosoph und Autor Gerd Habermann. Der Fiskalpakt und der ESM beudeten Unheil für Deutschland und Europa „und wir gehen sehr unsicheren Zeiten entgegen."

Gerd Habermann ist ein deutscher Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Er ist Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft.

Über die Entstehung des Euro sagt Habermann: „Hätte es eine Volksabstimmung gegeben, wäre der Euro gar nicht gekommen - wieder so ein Elitenprojekt -, aber die Deutschen haben ihn dann toleriert, weil man ihnen so wunderbare Versprechungen machte."

Der Fiskalpakt sei ein „zahnloses Instrument mit schwierigen Prozeduren und vielen Einschränkungen". Und der „ESM spricht die Sprache des Diktators... Kategorisch, apodiktisch, ewig, unkündbar, sofort ..."

Mit dem Euro hat sich Europa schwerwiegende Probleme aufgehalst, denn „der Euro, oder sagen wir besser, die Art seiner versuchten Rettung wird die europäische Idee beschädigen und schafft erst jene Gegensätze, die er verhindern sollte... Es ging uns und auch den anderen Nationen besser ohne Euro, Sarrazin hat vollkommen Recht."

Doch der Autor von „Freiheit oder Knechtschaft - Ein Handlexikon für liberale Streiter" lehnt nicht nur den Euro und seine vermeintliche Rettung ab, sondern gleich auch den gesamten Wohlfahrtsstaat: „Die Strukturen des Wohlfahrtsstaats führen zur allgemeinen Verarmung, nur langsamer als beim gescheiterten Sozialismus. Daran kann auch dem Hartz-IV-Empfänger nicht gelegen sein. Es geht ihm auch nur relativ gut, solange die marktwirtschaftlichen Mechanismen und die individuelle Freiheit einigermaßen intakt bleiben und auch für ihn gelten. Er wird doch wohl auch zur Abstraktion von seinem ganz kurzfristigen Interesse imstande sein. Sonst kann ich ihm auch nicht helfen und es heißt: Lernen durch Leiden."

Und über die Direkte Demokratie, wie es sie etwa in der Schweiz gibt, sagt er: „Wer gegen die direkte Demokratie polemisiert, muss eigentlich überhaupt gegen Demokratie polemisieren und zu einem platonischen Staatsmodell kommen, also zur Elitenherrschaft. Ich möchte einfach die Möglichkeit haben, politisch etwas in meinem Sinn zu bewirken, Aktionen machen zu können und mich richtig als Bürger zu fühlen. Und wenn man sagt, dass das Volk zu dumm für große Fragen ist, dann ist es überhaupt zu dumm und wir müssen das Wahlrecht abschaffen."

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Gerd Habermann.

Gerd Habermann ist ein deutscher Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Er ist Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft.

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Gerd Habermann - Freiheit oder Knechtschaft – Ein Handlexikon für liberale Streiter
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