By Roger | June 25, 2012 4:16 PM CEST

22-jähriger Zeuge Jehovas stirbt im Krankenhaus während Mutter dabei stand

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22-jähriger Zeuge Jehovas stirbt im Krankenhaus während Mutter dabei stand


Ein Rechtsanwalt, der den Ärzten riet, den 22-jährigen Zeuge Jehovas sterben lassen, obwohl dieser leben wollte(!), hat nun über diese Situation gesprochen.

Ärzte waren unfähig einem jungen Zeugen Jehovas zu helfen

Ein 22-jähriger Zeuge Jehovas litt unter Sichelzellenanämie und verweigerte wegen seiner religiösen Gesinnung eine Bluttransfusion, die ihm das Leben gerettet hätte.

Der Mann wollte zwar nicht sterben, jedoch auch seine religiösen Überzeugungen nicht aufgeben. Innert drei Wochen verschlechterte sich sein Zustand, bevor er schließlich starb. Seine Mutter saß die ganze Zeit bei ihm.

Im Gespräch mit dem Independent, sagte sein Anwalt Robert Tobin, dass das medizinische Personal verständlicherweise verärgert war beim Anblick eines Patienten dessen Zustand sich vor ihren Augen verschlechterte, und bei dem sie genau wussten, dass ein einfaches Verfahren ihm das Leben gerettet hätte.

"Ich weiß nicht, was seine Mutter dachte, als sie neben ihm saß und seinen Tod sah. Ich nehme an, entweder fühlte sie sich machtlos, oder sie fühlte sich an ihre eigenen religiösen Verhaltensregeln gebunden, die sagen, dass sie nicht das Blut mit jemand anderem teilen soll," erkärte Tobin.

Der junge Mann traf seine Entscheidung bei vollen Bewusstsein. Die Ärzte waren an diese Entscheidung gebunden.

Tobin markierte den Gegensatz zwischen diesem Fall und dem Fall von Tony Nicklinson, einem Patienten, der die Ärzte darum bat, ihn sterben zu lassen. Nicklinson war seit einem Schlaganfall 2005 fast vollständig gelähmt.

Nicklinson hatte seinen Fall vor Gericht gebracht, und bat darum, die Ärzte vor Strafverfolgung zu verschonen.

Tobin verweist auf die klare Unterscheidung in den Augen des Gesetzes zwischen den Ärzten, die nicht in der Lage waren, jemanden das Leben zu retten, obwohl der Mann nicht die Absicht hatte, seinem Leben ein Ende zu setzen, und Ärzten, die jemandem helfen in den Tod zu gehen.

"Es gibt einen feinen Unterschied zwischen dem Recht eines Patienten zu leben und dem Recht eines Patienten zu sterben," sagte Tobin.

"Es ist tragisch, dass sein Ziel nicht zu sterben war, sondern sicherzustellen, dass er seinen religiöse Geboten gehorchte," so Tobin.

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