By Roger | June 22, 2012 3:27 PM CEST

Eurokrise fängt erst richtig an!

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Eurokrise fängt erst richtig an!

Die Zahlen in Europa werden immer schlechter, die Arbeitslosigkeit wächst aufgrund der Sparmaßnahmen, die Wirtschaft tümpelt vor sich her. und die Finanzierungskosten steigen in neue Höhen.

Merkel, Hollande und Monti

Bereits jetzt sind nur noch 3 mögliche Szenarien für die Eurozone denkbar:

1.) Europa findet genügend Geld, um für Pleitestaaten wie Griechenland, Spanien, Italien und Portugal eine echte Rettung einzuleiten. Diese Möglichkeit ist aber eher unwahrscheinlich.

2.) Griechenland tritt aus dem Euro aus. Spanien, Italien, Portugal und möglicherweise weitere werden folgen. Dies ist nun eine reale Möglichkeit und würde diesen Ländern ermöglichen, ihre eigene Währung abzuwerten, um somit einen Ausweg aus der Rezession zu finden.

3.) Der Euro wird abgewertet, entweder von den Banken oder von der EZB. Der realistische Wert eines Euro liegt bei einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands nach Einschätzung von Shayne Heffernan von Live Trading News bei etwa 0,80 US-Dollar.

Eine unmittelbare Gefahr für europäische Banken und für die ganze Eurozone besteht in der weiteren Entwicklung der Kapitalflucht aus verschuldeten Staaten wie Portugal, Irland, Spanien und Italien. Investoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten, den Daten der BIZ zufolge, Ende 2011 fast eine Billion Euro in diesen Ländern laufen.

Sollte Griechenland den Euro verlassen, dann würde seine neue Währung wohl eine sofortige Abwertung von bis zu 75 Prozent gegenüber dem Euro erleiden. Das würde Einzelpersonen und Unternehmen dazu zwigen, die Zahlungen an ausländische Kreditgeber einzustellen.

Den Regierungschefs der EU wurde von hochrangigen Beamten geraten, Notfallpläne für den Fall eines Austritt Griechenlands vorzubereiten. Jetzt haben die Politiker, die für die Eurokrise verantwortlich waren und es immer noch sind, das Land aufgefordert, weiterhin seinen Sparkurs einzuhalten und die notwendigen Reformen durchzuführen.

Nach fast sechs Stunden eines informellen Abendessens, sagten die Staats- und Regionschef, sie hätten sich mit Griechenland auf einen weiteren Verbleib in der Eurozone geeinigt, das Land habe sich verpflichtet, seine Sparversprechungen einzuhalten.

Somit ist nun das wahrscheinlichste Szenario eine Abwertung des Euro auf etwa 0,80 US-Dollar.

Nach einem Treffen der Finanzminister der Eurozone am späten Donnerstag forderte IWF-Chefin Christine Lagarde rasche Fortschritte bei der sogenannten Banken-Union. Diese sei, neben dem Fiskalpakt und der Einführung von Eurobonds, nun oberste Priorität.

Deutschland weigert sich standhaft, Eurobonds und Banken-Garantien in Erwägung zu ziehen, bevor nicht der Fiskalpakt unter Dach und Fach ist.

Während Spaniens Bedürfnisse am Dringesten sind (die mittelfristigen Fremdkapitalkosten haben am Donnerstag auf einer Auktion einen neuen Rekord erreicht), sind die politischen Herausforderungen für den nichtgewählten Technokraten Monti höher geworden.

Seine Popularität sinkt, und die Parteien, die ihn in die Regierung gebracht haben, sind immer weniger bereit, seine Reformvorschläge zu Hause zu unterstützen, verlangen von ihm aber gleichzeitig, dass er auf der europäischen Arena endlich etwas bewirkt, um den Druck auf die schwächelnde Wirtschaft Italiens zu senken.

Monti, der sich als Vermittler zwischen Frankreich und Deutschland ausgibt, hat seit Monaten darauf bestanden, dass die Eurozone neben den Sparmaßnahmen auch die Förderung des Wachstums angehe.

Diese Position wird auch von Hollande und Rajoy geteilt. Auf dem G20-Gipfel schlug Monti vor, Gelder aus dem Rettungsfonds zu verwenden, um am Sekundärmarkt spanische und italienische Staatsanleihen aufzukaufen. Das würde helfen, die Finanzierungskosten zu senken.

Prompt nannte Spaniens Außenminister José Manuel Garcia-Margallo diese Idee "intelligent". Doch Merkel stieg auf diesen Plan nicht ein.

Weitere Vorschläge Montis, wie die Entfernung einiger Investitionen aus der Berechnung des Haushaltsdefizit, werden im Großen und Ganzen von Frankreich und Spanien unterstützt, trafen aber auf entschiedenen Wiederstand aus Deutschland, zumindest für jetzt.

Momentan haben die Politiker Europas eine Reihe von Ideen aber keine wirklichen Lösungsansätze.

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