By Roger | June 8, 2012 3:06 PM CEST

Detlev Schlichter bei Max Keiser: Nach Zusammenbruch der Papierwährungen wird Goldstandard wieder eingeführt

mehr zu Welt

Detlev Schlichter bei Max Keiser: Nach Zusammenbruch der Papierwährungen wird Goldstandard wieder eingeführt

Wir sind noch nicht im monetären Zusammenbruch der Fiat-Währungen, doch wir kommen immer näher, sagte Detlev Schlichter (http://papermoneycollapse.com/) in einem Interview mit Max Keiser gestern auf RT. Die meisten Leute, hätten immer noch ziemliches Vertrauen ins Papiergeld, wie dem Dollar oder sogar dem Euro. Doch das wird sich ändern.

Wir höhren immer mehr, dass Zentralbanken wie die Fed und die EZB, ihre Probleme ganz einfach mit gedrucktem Geld lösen wollen. Die Fed redet bereits über ihr drittes QE, die EZB leiht den Banken eine Billion Euro fast zum Nulltarif. Wir marschieren ganz klar in Richtung eines Zusammenbruchs all dieser Papierwährungen, sagt Schlichter.

Letztes Jahr wurden insgesamt 61 Prozent aller Treasury Bonds, die von der Fed herausgegeben wurden, gleich von der Fed selbst gekauft. Sie ist also ihr größter Kunde.

Schlichter meint, das ganze führt dazu, dass sich die Regierungern zu immer mehr Kapitalrestriktionen hinreissen lassen werden. Wir haben ganz offensichtlich zu viel Schulden. Eine Lösung, die schon vor Jahren angegangen wurde, war dass man die Zinsen künstlich tief hielt, das führt zu einer höheren Inflation, wodurch der Wert der Schulden auf Kosten der Sparer abnimmt. „Dazu müssen Sie aber die Leute motivieren, diese Government Bonds zu halten, obwohl der Coupon nicht einmal die Inflation ausgleichen kann. Doch die Sparer werden das natürlich nicht machen, also müssen die Politiker sie dazu zwingen. Der eine Weg ist, die Leute daran zu hindern, das Land zu verlassen. Ein anderer Weg ist, die Banken zu zwingen, große Volumen in Government Bonds zu halten," führt Detlev Schlichter aus. Zurzeit sehen wir bereits viele Anstrengungen in diese Richtung.

Obwohl zwar Kapitalrestriktionen nicht einfach in der praktischen Umsetzung sind, werden sie hinter verschlossenen Türen bereits angewendet. Mit dem LTRO (Long term refinancing operation) hatte die EZB eine Billion Euro an die Banken verliehen, mit dem klaren Ziel, dass diese das frisch gedruckte Geld in Staatsanleihen stecken. Die Idee einer Währungsunion, wonach die Leute ihr Geld in verschiedenen Staaten ohne Wechselkursrisiko investieren können, sei bereits abhanden gekommen. Mit dem LTRO wurden die Banken aufgefordert, Staatsanleihen in ihren lokalen Märkten zu kaufen. Spanische Banken haben wegen dem LTRO große Verluste auf Staatsanleihen ihrer Regierung erlitten, da spanische Anleihen von den Anlegern gemieden werden.

Auch die USA, welche immer wieder China vorgeworfen haben, ihre Währung zu manipulieren, sind in diesem betrügerischen Spiel dabei. Ein wichtiger Grund, warum im 20. Jahrhundert Gold an Wert und Bedeutung verloren hatte, und warum der Goldstandard aufgelöst wurde, welcher ja mit Bretton Woods eine Verbindung von Geld und Gold darstellte, war einfach der, dass die Länder ihre „eigene Druckerpresse" haben wollten. Jedes Land wollte seine Währung manipulieren. „Absolut richtig, die USA ist ebenfalls ein Währungsmanipulierer, welcher versucht, den Wert seiner eigenen Währung möglichst tief zu halten", so Schlichter. „Das ist doch genau der Grund warum wir nun bei all diesen Papierwährungen ein implosives Rennen in den Abgrung erleben", sagte Schlichter.

Seine Meinung über die Schaffung einer globalen Währungen zur Lösung all dieser Probleme fokusiert den Goldstandard. Obwohl dieser zwar nicht perfekt war, so hatte er doch die Währungen an den Wert eines Edelmetalles geknüpft, welches von niemandem manipuliert werden konnte. Der Goldstandard von 1879 bis 1914 konnte von keiner Nation manipuliert werden, während Bretton Woods von den USA dominiert und kontrolliert wurde.

Ein Goldstandard würde funktionieren, müsste aber ganz klar apolitisch sein. „Aber ich habe Bedenken, dass die Politiker ihre Fähigkeit, die Wirtschaft künstlich zu stimulieren, nicht aufgeben wollen," sagte Schlichter.

Doch der Grund warum die Regierungen alle verschuldet sind, liegt darin, weil sie immer versuchen die Wirtschaft zu stimulieren, die Banken zu retten und sich als soziale Wohltäter versuchen. Am Ende kommen sie aber immer wieder zur einzigen vernünftigen Lösung zurück: Goldstandard

Um ein Feedback über diesen Artikel zu geben, schreiben Sie bitte ein e-Mail an r.baettig@IBTimes.com

 

This article is copyrighted by International Business Times.
Bookmark

Diskutieren

Als Gast kommentieren, oder einloggen zum editieren und weiteren Funktionen.
*Name
International Business Times Secutiry Check
Bestätigungs-Code