By Roger | May 25, 2012 8:08 PM CEST

Nigel Farage: Wir sind am Rande eines sozialen Zusammenbruchs

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Nigel Farage: Wir sind am Rande eines sozialen Zusammenbruchs

Die Nachrichten aus Griechenland sind erschreckend. Ein 60-jähriger Mann und seine 90-jährige Mutter sprangen aus finanzieller Verzweiflung in den Tod. King World News konnte mit Nigel Farage, Leiter der UK Independence Party und Mitglied des europäischen Parlamentes, ein Interview durchführen. Farage sagte zu KWN, dass wir am Rande des totalen gesellschaftlichen Zusammenbruch sind und, dass das Bankensystem jetzt im gefährlichsten Zustand seit über 70 Jahren ist.

Nigel Farage zu den Ausschreitungen in London

Hier ist, was Farage, über die sich verschlechternde Lage zu sagen hatte: " Nun, die Situation in Griechenland wird nur noch schlimmer. Wir haben ja eine Situation, in der ein Selbstmord vor ein paar Wochen geschah, als ein 77-jähriger Mann sich außerhalb des griechischen Parlaments in den Kopf geschossen hatte. Das ist das öffentliche Gesicht von dem, was schief gelaufen ist."

Nigel Farage fährt fort: "Aber wissen Sie, dass es jeden Tag Menschen gibt, die buchstäblich ihre Kinder an den Türen der griechisch-orthodoxen Kirche verlassen, mit einem Zettel um den Hals auf dem steht: 'Wir können es uns nicht leisten, uns um unsere Kinder zu kümmerm und sie durchzufüttern, bitte nehmen Sie sie von uns'. Können Sie sich das vorstellen?

Dies geschieht inmitten Europas. Dies geschieht innerhalb einer einst großen Nation. Die Nation, die die Demokratie erfunden hatte. Wir sind am Rande des totalen gesellschaftlichen Zusammenbruchs....

Und ehrlich gesagt, so weit wie der Euro betroffen ist und die Sparmaßnahmen betroffen sind, wird die Medizin den Patienten zu töten.

Doch das Heilmittel, das letzte Woche von Camp David kam, und welches aus dem europäischen Gipfel in Brüssel in dieser Woche kam, lautet, dass wir mehr des Selben tun sollen. Es ist also eine absolut verzweifelten Situation.

Ich habe (in Brüssel) argumentiert, dass wir diesen Euro-Fluch für Griechenland brechen sollten. Wir müssen zulassen, dass sie ihre eigene Währung abwerten, damit sie an den Weltmärkten wieder teilnehmen können und die Würde ihrer Menschen wieder herstellen können.

Es ist schrecklich. Ein griechischer Rentner hatte im letzten Jahr eine Altersrente in der Höhe von 600 Euro pro Monat. Diese ist nun auf 400 Euro gekürzt worden. (Dies kommt) in einer Zeit der steigenden Treibstoffpreise und alles andere. Die Leute können sich das Leben einfach nicht mehr leisten. Die Situation ist absolut schrecklich, und etwas muss getan werden.

Leider können wir unter der griechischen Politikerkaste den Mut zur Führung, welcher dringend notwendig wäre, nicht erkennen. Ich glaube nicht, dass Griechenland überhaupt eine Zukunft innerhalb des Euro hat.

Eine von zwei Möglichkeiten wird eintreffen. Entweder wird es eine schreckliche Revolution in dem Land geben, oder vielleicht auch in Deutschland oder in einem anderen Land, oder Griechenland wird nach den ordentlichen Wahlen aus dem Euro geworfen werden. Diese werden am 17. Juni stattfinden.

Das größere Problem ist aber Spanien. Ich sprach darüber in den vergangenen Wochen mit einem sehr erfahrenen und führenden Ökonomen. Er sagte: ‚Wenn Spanien auf eigene Faust aus dem Euro geht, dann wird der Rest einfach nicht groß genug sein, um diese Banken zu retten. Es müsste dann eine (massive) globale Lösung in irgendeiner Form geben.' Aber ich bin nicht einmal sicher, ob der Wille dafür vorhanden ist.

Haben wir nun den Punkt erreicht, wo wir sagen: ‚Wir können einander nicht immer gegenseitig retten und einfach immer mehr Geld drucken, das kann nicht ewig so weiter gehen.' Und sehen wir eigentlich eine Reihe von großen Banken Pleite gehen?

Ich denke schon, dass das Bankensystem jetzt den gefährlichsten Zustand der letzten 70 Jahren erreicht hat."

Angesprochen auf die Entwicklung von Gold, sagte Farage, dass der Ausverkauf beim Gold vorhersehbar war. Kurzfristig sei jeder Markt sehr spekulativ. Doch langfristig gesehen biete Gold eine gute Kaufgelegenheit. Jeder sollte in seinem Portfolio einen gewissen Anteil an Gold halten.

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