By Roger | May 25, 2012 12:04 PM CEST

Die USA könnten wie die Sowjetunion zusammenbrechen, sagt Clyde Prestowitz

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Die USA könnten wie die Sowjetunion zusammenbrechen, sagt Clyde Prestowitz

Clyde Prestowitz, Ex-Berater des Secretary of Commerce in der Reagan-Administration und Präsident des Economic Strategy Institute, sagt in einem Interview mit RT, dass die Stärke der USA nur noch auf ihr Militär beruht, ein Vergleich zum Zusammenbruch der UDSSR sei nicht abwegig.

Pestowitz sagt im Interview, dass die USA bereit sind ihr eigenes Wirtschaftlichswachstum zur Erreichung von geopolitischen Zielen zu opfern. Die Obama-Administration hat eine Wendung vollzogen, indem sie dieses Jahr den Fokus weg vom arabischen Raum hin zum asiatischen Raum lenkte.

US Navy

Die USA könnten diplomatisch sehr viele Probleme mit den Chinesen lösen. Das einzige Problem, das sie nicht lösen können ist die Währungsmanipulation. China manipuliert seine Währung weit weniger als die USA.

Ob sie wollen oder nicht sind die USA mit ihrem eigenen wirtschaftlichen Abstieg konfrontiert. Die Schulden haben ein Ausmass erreicht, welches die Wirtschaft der USA bedroht. Die aussenpolitische Schlagkraft besteht nicht mehr in der Wirtschaft und im Handel sondern nur noch im Militär, sagt Prestowitz.

Damit setzen sich die USA der Gefahr aus, ähnlich wie die Sowjetunion zu kollabieren. Die UDSSR ist nicht zusammengebrochen, weil ihr Militär schwach gewesen wäre, sondern aufgrund ihrer wirtschaftlichen Schwäche.

Die Fokussierung auf Asien ist aus sicherheitspolitischen Gründen nicht nachvollziehbar. China ist keine Bedrohung für die USA, die Raketen Nordkoreas können die USA nicht erreichen. Auch kommen keine Öltransporte für die USA aus dieser Region. Der Schift auf Asien ist eigentlich, so ist Prestowitz sicher, nur darauf zurückzuführen, dass der militärische Sicherheitskomplex der USA versucht sich weiterhin „nützlich" zu machen. „Aber ich denke, das kann nicht im Interesse der USA sein", so Prestowitz.

In seinem neuesten Buch "The Betrayal of American Prosperity: Free Market Delusions, America's Decline, and How We Must Compete in the Post-Dollar Era" argumentiert Prestowitz, dass die USA zwischen 1800 und 1950 zur reichsten Nation der Erde aufgestiegen sind, ohne dabei jemals eine wirtschaftliche Strategie, ähnlich wie China oder Russland, angenommen zu haben.

Die USA haben den Ruf von Adam Smith abgelehnt, in erster Linie ein Lieferant von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten zu werden. Stattdessen haben die USA die Führung Großbritanniens auf den Weltmärkten mit technologischen Entwicklungen und Investitionen in die amerikanische Produktion und Infrastruktur überwunden.

Doch in den letzten 50 Jahren hätten die USA diesem Ansatz weitgehend den Rücken gekehrt. Unsere „besten und hellsten Köpfe" hätten die wirtschaftliche Entwicklung den geopolitischen Interessen untergeordnet. Dabei seien Irrlehren eingeführt worden, wie das Konsumententum, effiziente Märkte, Shareholder Value, das Ricardo-Modell des Freien Handels und die Idee, dass Unternehmen ohne Länder in einem wachsenden Mass für unseren Wohlstand sorgen würden.

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