By Roger | May 24, 2012 3:52 PM CEST

Mögliche katastrophale Folgen der Eurokrise

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Mögliche katastrophale Folgen der Eurokrise

Die Eurokrise geht immer weiter, doch langsam zeichnen sich nur noch zwei mögliche Szenarien ab, die für die Menschen in der Eurozone katastrophal werden. Das eine wäre ein Zusammenbruch der Eurozone mit seinen dramatischen folgen. Das andere wäre eine massive Abwertung des Euro zum US-Dollar.

Der Euro

Bisher haben die meisten Europäer immer geglaubt, dass Europa irgendwie schon genügend Geld auftreiben wird, um die Griechen, die Portugiesen, die Spanier und am Ende auch noch die Italiener zu retten. Das Geld würden uns gutgläubige Investoren schon geben, und wenn wir dafür nach China reisen müssen, um zu werden. Doch dieser Traum ist in den letzten Monaten immer unrealistischer geworden.

Nur zwei Szenarien sind heute noch realistische Auswege aus der Eurokrise:

1.) Zusammenruch der Eurzone

Griechenland tritt aus dem Euro aus und kurz darauf auch Spanien, Italien und Portugal, möglicherweise werden noch weitere folgen. Alle Länder, die austreten, müssen ihre neue Währung abwerten. Die Sparer in diesen Ländern verlieren am Ende fast alles. Doch durch die Abwertung hätten diese Länder auch die Möglichkeit aus ihrer Rezession zu kommen.

2.) Massive Inflationierung des Euro

Der Euro wird abgewertet. Diese Möglichkeit kommt dann zum Tragen, wenn nicht genügend Geld für eine echte Rettung von Griechenland, Spanien, Portugal und Italien aufgetrieben werden kann. Die EZB würde das Geld für die Rettung dann einfach drucken, in etwa so wie damals die Reichsbank anfang der 1920er Jahre das Geld druckte, mit welchem Deutschland seine Reparationen aus dem Ersten Weltkrieg bezahlen wollte. Bei einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands betrüge der echte Wert des Euros gerade mal noch etwa 0,80 US-Dollar rechnen uns die Ökonomen von LiveTradingNews vor.

Unabhängig davon, welches Ergebnis aus dem verwirrenden Durcheinander unserer Europolitik resultieren wird, wichtig wird sein, was mit den Banken geschehen wird.

Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausglich hatten Ende 2011 Investoren (Banken) aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien insgesamt mehr als eine Billion Euro in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien investiert. Was wird aus diesen Investitionen werden?

Sollte Griechenland den Euro verlassen, dann müsste seine neue Währung wohl eine sofortige Abwertung von bis zu 75 Prozent gegenüber dem Euro ertragen müssen. Die Schulden von Einzelpersonen und Unternehmen bei ausländischen Investoren würden unbezahlbar werden und müssten abgeschrieben werden.

Staats- und Regierungschefs der EU wurden von hochrangigen Beamten geraten, Notfallpläne vorzubereiten, um den Austritt Griechenlands aus der Eurozone abzufedern. Die selben Politiker, die für die Eurokrise verantwortlich waren, haben das Land aufgefordert, ihre Sparmaßnahmen und angekündigten Reformen einzuhalten. Was die Bürger in Griechenland von diesem Vorgehen halten werden wir am 17. Juni bei den Neuwahlen erleben. Die Radikalen Sozialisten haben nach neuesten Umfragen bereits die Nase vor.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass entweder die Eurozone auseinanderbrechen wird, oder dass der Euro zum US-Dollar auf 80 Cents abgewertet wird. Dass der Euro mal so stark sein wird wie die Deutsche Mark hat sich als eine Illusion herausgestellt.

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