By Roger | May 15, 2012 8:02 PM CEST

Iran: Neue Hinrichtungswelle gegen Schwule

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Iran: Neue Hinrichtungswelle gegen Schwule

Seit der Machtergreifung der Mullahs im Iran wurden dort nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 8.000 schwule Männer und Jugendliche hingerichtet - oftmals öffentlich. Da in der Islamischen Republik Iran die Scharia gilt, steht dort auf männliche Homosexualität die Todesstrafe. Nun scheint eine neue Welle an staatlichen Morden in dem vom Regime geschundenen Land bevorzustehen.

Schatten eines Galgen. Im Iran werden gemäß Human Rights Watch auch Kinder hingerichtet.

In einer westiranischen Stadt sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten vier Schwule zum Tode verurteilt worden. Wie die Human Rights Activist News Agency (HRANA) meldet, hat ein sogenanntes "Gericht" in der Provinz Kohkiluyeh und Buyer Ahmad die Männer wegen "Lavat" für schuldig befunden. Nach Angaben der Agentur sollen Saadat Arefi, Vahid Akbari, Javid Akbari und Houshmand Akbari nach der Bestätigung des Urteils gehängt werden.

Das "Strafgesetzbuch" der Islamischen Republik Iran beschreibt "Lavat" als eine "sexuelle Handlung zwischen Männern, entweder mit Eindringen oder in Form von Tafkhiz" (Aneinanderreiben von Oberschenkel und Penis). In Paragraf 110 heißt es: "Die Bestrafung von Lavat mit Eindringen ist die Todesstrafe, und die Exekutionsart obliegt dem Scharia-Richter." Doch schon „wer einen anderen aus Wollust küsst, wird mit bis zu 60 Peitschenhieben bestraft" (Artikel 124). Bei lesbischer Liebe erfolgt die Todesstrafe erst bei der vierten Wiederholung.

Nicht immer müssen vier andere „rechtschaffene Männer" (Arikel 117) bezeugen, dass sie den homosexuellen Verkehr mit eigenen Augen gesehen haben - oftmals werden Menschen als homosexuell diffamiert, um einen Hinrichtungsgrund zu haben.

2005 erschütterte die Weltöffentlichkeit die brutale Hinrichtung zweier Teenager wegen Homosexualität. Die beiden Jugendlichen mussten vor ihrer Hinrichtung vor einer johlenden Menge 228 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen.

Der iranische Präsident Ahmadinejad verkündete im September 2008 an der Columbia University in New York City, es gebe im Iran keine Homosexualität (siehe Video unten).

Der Hauptgrund für die Verfolgung und Hinrichtung von Homosexuellen ist gemäß Menschenrechtlerin Mina Ahadi der Versuch des politischen Islam, in der Bevölkerung Angst auszulösen. Menschen, die gesellschaftlich in einer schwachen Position sind, wie Homosexuelle, wie ehebrechende Frauen, werden öffentlich hingerichtet, um alle anderen über die Angst zu beherrschen.

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Morteza Nikoubazl / reuters
Schatten eines Galgen. Im Iran werden gemäß Human Rights Watch auch Kinder hingerichtet.
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