By Roger | May 9, 2012 6:38 PM CEST

Nouriel Roubini: "Europa soll froh sein, wenn es am Ende eine Stagnation wie Japan für die nächsten 10 Jahre erleben wird"

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Nouriel Roubini: "Europa soll froh sein, wenn es am Ende eine Stagnation wie Japan für die nächsten 10 Jahre erleben wird"

Der notorische Schwarzseher Nouriel Roubini bezeichnete die anhaltenden politischen Turbulenzen in Europa als ein "Zugsunglück in Zeitlupe". Im Gespräch mit CNBC in Las Vegas sagte Rounini am Dienstag, dass er einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone für 2013 erwartet.

Nachdem die griechischen Wähler alle Eurorettungs-Parteien am Sonntag in den Wahlen abgestraft haben, erhöhe sich nun die Wahrscheinlichkeit, dass eine neue Regierung die Staatsschulden umstrukturieren und damit endgültig mit den Bedingungen der Griechenlandrettung der Troika brechen wird.

Nouriel Roubini

Alexis Tsipras, der Führer der Koalition der Radikalen Linken (Syriza), führt mit 16,4 Prozent der Stimmen nun die zweitstärkste Partei des Landes an. Die beschlossenen Sparmaßnahmen der Vorgängerregierung nannte er eine „Katastrophe".

Koalitionsverhandlungen zwischen den verschiedenen Parteien haben bisher noch keine Früchte getragen, eine Regierung der nationalen Einheit scheint aufgrund der unterschiedlichen Positionen eher unwahrscheinlich.

In Deutschland werden die Stimmen immer lauter, die Griechenland endlich aus dem Euro austreten sehen wollen. Seit zwei Jahren werden nun Milliarden nach Athen geschoben mit dem Resultat, dass das Land heute noch mehr Schulden hat, als je zuvor. Außenminister Guido Westerwelle machte klar, der Verbleib in der Eurozone "liegt jetzt in den Händen Griechenlands". Das Land müsse selbst wissen, was es aufs Spiel setzt, wenn es die Vereinbarungen einseitig aufkündige.

Roubini, der schon im vergangenen Jahr davor warnte, dass ein perfekter Sturm für die Weltwirtschaft im Jahr 2013 kommen werde, sagte die Eurozone werde "irgendwann brechen". Er erwartet, dass zwei oder drei Mitglieder in den nächsten Jahren die Gemeinschaftswährung ohnehin verlassen müssen.

"Europa soll froh sein, wenn es am Ende eine Stagnation wie Japan für die nächsten 10 Jahre erleben wird", fügte er hinzu.

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