By Roger | May 3, 2012 2:11 PM CEST

Eurokrise: Selbstmord der spanischen Banken

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Eurokrise: Selbstmord der spanischen Banken

Nach dem Verlust von Milliarden aus dem Zerplatzen der zehn Jahre andauernden Immobilienblase 2008, nahmen spanische Banken im Dezember und im Februar das angebotenen ultragünstige Darlehen (LTRO) der EZB gerne an.

Spanische Krise

Beim LTRO handelt es sich um ein Programm der EZB, welches insgesamt mehr als 800 europäischen Banken ein Darlehen über einen Zeitraum von drei Jahren ermöglichte. Selbstverständlich war der Zins des Darlehens außerordentlich günstig. Ziel war es die Banken einerseits dazu zu bringen, ihre Kreditvergabe an Unternehmen zu erhöhen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und andererseits, die Banken zu ermuntern Staatsanleihen zu halten bzw. noch mehr Staatsanleihen zu kaufen. Damit sollte der Druck des Marktes auf Zinspapiere von überschuldeten Staaten gelindert werden.

Das war genau das, was die spanischen Banken auch taten. Spanische Banken haben einen grossen Teil des angebotenen Geldes der EZB dazu verwendet hochverzinsliche Staatsanleihen zu kaufen. Dieser Fehler wird sich nun als tödlich erweisen.

Angesichts des Haircuts in Griechenland und der hohen Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in Spanien sollten genug Sirenen für die Banken aufgeheult haben, die davor warnten zu sehr in spanischen Schulden investiert zu sein.

Nach Angaben der Zentralbank hielten spanischen Kreditgeber im November 2011 knapp über 13 Prozent der inländischen Schulden. Diese Zahl stieg hingegen im März auf fast 30 Prozent. Ausländer hielt im November noch fast 56 Prozent aller spanischen Schulden, im März hingegen nur noch 38,8 Prozent.

Diese Zahlen sind erschreckend. Da die Rating von spanischen Schuldnern nun auch noch herabgestuft wurden, ist es sicher, dass spanische Banken Verluste in einem gewissen Umfan erleiden werden. Diese werden die Bilanzen der Banken noch weiter erschüttern.

 

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