By Roger | April 18, 2012 7:25 PM CEST

Warum iranische Ingenieure Nordkoreas gescheiterten Raketenstart besuchten

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Warum iranische Ingenieure Nordkoreas gescheiterten Raketenstart besuchten

Iranische Raketen-Spezialisten waren bei der Vorstellung der nordkoreanischen Rakete letzte Woche anwesend. Nordkorea und der Iran haben schon seit geraumer Zeit bei Langstreckenraketen zusammengearbeitet.

Mindestens ein Dutzend Vertreter des Unternehmens, das iranische Raketen und Satelliten herstellt, waren beim verpatzten Start der nordkoreanischen Rakete letzte Woche in Pjöngjang dabei.

Eine Shahab-3-Rakete beim Start

Analysten sehen ihre Anwesenheit als jüngsten Beweis für die Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Nordkorea im Bereich ihrer Raketen-und Atomprogramme.

"Nordkorea und Iran sind in enger Zusammenarbeit über Langstreckenraketen", sagt Baek Seung-joo, Senior Researcher am Korea Institute for Defense Analyses. "Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie einander Nukleartechnologie verkaufen. Zumindest tauschen ihre Leute Informationen aus."

Die Beziehungen zwischen Beamten und Wissenschaftlern in Teheran und Pjöngjang stammen aus den 1990er Jahren, als beide Länder an der Entwicklung nuklearer Technologien mit Raketen arbeiteten, die Sprengköpfe tragen, um weit entfernte Ziele zu treffen.

Die Programme zwischen den beiden Ländern haben gemeinsame Ziele, obwohl sie auch teilweise stark divergieren. Beide Länder sind im Wesentlichen feindselig gegenüber den USA und ihren wichtigsten regionalen Verbündeten, Israel, Südkorea und Japan eingestellt.

Die Unterschiede, sagen Analysten dürfte nicht signifikant sein. Nordkorea hat bereits nukleare Sprengköpfe, während der Iran bestreitet diese bauen zu wollen. Der Iran hat Satelliten ins All geschickt, während Nordkorea behauptet, dies getan zu haben. Nordkorea hat Langstreckenraketen entwickelt, darunter die eine, die letzte Woche gescheitert war, während sich der Iran auf Raketen mittlerer Reichweite, die Israel erreichen können, konzentiert.

„Der Iran ist in vielen Punkten ein größeres, anspruchsvolleres Land", stellt Greg Thielmann, früher beim State Department und nun Senior Fellow an der Arms Control Association in Washington. „Sie haben viel mehr Ressourcen. Die Iraner haben eine Menge Raketentests durchgeführt. Nordkoreas Tests sind viel seltener."

Obwohl Nordkorea in der Regel technisch und wissenschaftlich hinter dem Iran zurückliegt, und an schweren wirtschaftlichen Problemen leidet, konnte das Land vor mehr als zehn Jahren seine Mittelstreckenrakete Nodong aus sowjetischer Technologie an den Iran liefern.

„Das war immer eine Geschäftsbeziehung seitens Nordkorea", sagt Thielmann. „Der Iran wollte diese Raketen anpassen und sie zu ihrer eigenen machen."

Tatsächlich taten iranische Wissenschaftler und Ingenieure genau das. Sie stellten die Shahab-Flugkörper für Sprengköpfe auf Ziele in Israel her.

Es war Irans Interesse an den nordkoreanischen Raketen, welches der Anlass zur Entsendung eines breiten Teams zur Bezeugung des Starts der Unha-3 war.

Das Wort Unha bedeutet "Galaxy" und die Zahl 3 zeigt an, es ist die dritte Auflage der gleichen Rakete. Frühere Versionen wurden bereits im August 1998 und April 2009 abgefeuert.

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