By Roger | March 20, 2012 7:58 AM CET

Kognitives Training am Computer für Schizophrenie-Patienten

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Kognitives Training am Computer für Schizophrenie-Patienten

Schizophrenie kann sich zwar mittels Medikamenten mildern lassen, jedoch ist die Lebensqualität der Patienten aufgrund der verminderten kognitiven Fähigkeiten (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Problemlösung) weiterhin stark eingeschränkt.

präfrontale Cortex oder Cortex praefrontalis

Nach einer Studie, die unlängst in dem Fachmagazin Neuron erschienen ist, kann computergestütztes kognitives Training zu einer Verbesserung der Fähigkeiten von Schizophrenie-Patienten führen, schreibt Neuronation.de.

Oft kommt es bei Schizophrenie-Patienten zu einer Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten, wie beispielsweise im Bereich der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Problemlösung oder dem Reality-Monitoring. Unter Letzterem wird die Fähigkeit der Abgrenzung von der eigenen Vorstellung zur äußeren Wirklichkeit verstanden. Die daraus resultierenden Einschränkungen führen zu einer enormen Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens.

Die Studie führte ein Experiment mit zwei Gruppen durch. Gruppe 1 trainierte während 16 Wochen 80 Stunden mit einem speziellen kognitiven Programm am Computer. Dazu gehörten Übungen wie das planvolle Handeln oder die andauernde Aufmerksamkeit. Eine solche Übung für die andauernde Aufmerksamkeit ist beispielsweise die Mackworth-Uhr. Gruppe 2 hatte die gleiche Zeit über lediglich Computerspiele gespielt.

Die Forscher konnten schließlich bestätigen, dass das kognitive Training am Computer deutliche Steigerungen in Bezug auf das Reality-Monitoring zur Folge hat. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer der Gruppe 1 besser zwischen Wahrnehmung und Vorstellung unterscheiden konnten.

Bei den Übungen wurde der mediale präfrontale Cortex, welcher für höhere kognitive Aufgaben und das Selbstbild von Personen zuständig ist, erhöht aktiviert. Damit konnte eine Verbesserung des sozialen Verhaltens erreicht werden, welche noch bis zu 6 Monate nach dem Training gemessen werden konnte. Dies führte zu einer Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität. Die Mitglieder der Gruppe 2, die nur am Computer spielten, konnten sich hingegen nicht verbessern.

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