By Roger | March 19, 2012 7:48 AM CET

Marc Faber über die Konsequenzen der Politik der Notenpresse

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Marc Faber über die Konsequenzen der Politik der Notenpresse

Letzte Woche hatte Marc Faber ein Interview mit ChrisMartenson.com. Dabei sprach er deutliche Worte. Er glaubt, dass die Politik der Notenpresse der Fed und seinen Schwestern rund um den Globus die Währungen der Welt auf einer unerbittlichen, inflationären Abhang zusteuern.

Marc Faber in einem Interview mit ChrisMartenson.com

Die Gefahren des Gelddruckens sind viele, in seinen Augen. Vor allem aber macht er sich Sorgen über die unbeabsichtigten Folgen an denen die Bevölkerung zu leiden hat. Jenseits von Geldentwertung, schafft sie Fehlinvestitionen, die zu Spekulationsblasen führen und somit verheerenden Schaden anrichten, wenn sie platzen. Und noch schlimmer, das Gelddrucken bestraft unverhältnismäßig die unteren Klassen, was zu sozialen und politischen Spannungen führt.

Es ist also kein Wunder, dass er zur Zeit so defensiv ist. Er rät die Kaufkraft mit Investitionen in Edelmetallen und in Aktien zu schützen.

„Zunächst einmal glaube ich nicht, dass die Zentralbanken auf der ganzen Welt jemals, und ich wiederhole jemals, ihre Bilanzen reduzieren werden. Sie haben den Weg des Gelddruckens gewählt, und wenn Sie einmal auf diesem Weg sind, dann müssen sie darauf bleiben.

Wenn Sie damit anfangen Geld zu drucken, dann haben Sie den größten Einfluss. Dann drucken Sie noch mehr - dabei erzielen Sie eine geringere Wirkung, wenn Sie die Geschwindigkeit der Notenpresse nicht deutlich erhöhen. Und bei der dritten Aktion haben Sie noch weniger Einfluss. Die Fed druckte Geld, weil sie den Wohnungsmarkt anheben wollte, aber der Wohnungsmarkt ist der einzige Vermögenswert, der nicht deutlich steigen wollte.

Im Allgemeinen denke ich, dass die Kaufkraft des Geldes im Verlauf der letzten zehn, zwanzig, dreißig Jahren zurückgegangen ist, und sie wird dies auch weiterhin tun. In Bargeld und Staatsanleihen finden Sie keinen Schutz gegen die Entwertung ihres Geldes.

Grundsätzlich hatten die USA einen signifikanten Anstieg des durchschnittlichen Haushaltseinkommens in realen Werten in den späten 1940er Jahren bis zur Mitte der 1960er Jahre. Und dann begann die Inflation zu beißen, und das Wachstum der Realeinkommen verlangsamte sich. Dann kamen die 1980er Jahre. Um die Einkommensbezieher der Haushalte nicht zu enttäuschen, haben sie im Wesentlichen Geld gedruckt und hatten eine riesige Expansion des Schuldenberges.

Wenn Sie also ein ökonomisches System haben und plötzlich Ihre Schulden mit einer sehr hohen Geschwindigkeit wachsen, dann ist das wie eine Injektion von Steroiden. So wuchs also die Wirtschaft in einem relativ schnellen Tempo, baute jedoch alles auf zusätzliche Schulden. Und das kann natürlich nicht ewig so weitergehen. Wenn es zu Ende geht, dann haben Sie ein Problem. Aber die US-Notenbank hatte nie darauf geachtet.

Die Fed ist so ziemlich der schlimmste Wirtschaftsprognostiker, den man sich vorstellen kann. Das sind Akademiker. Die sind noch nie in ein lokales Pub gegangen. Die gehen nie einkaufen, oder sie lügen. Im Grunde sind sie ein Haufen von Leuten, die nie einen einzigen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben. Sie sind keine Geschäftsleute, die um die Bücher zu balancieren, Waren verkaufen und mit dem Geld die Ausgaben tragen müssen. Sie werden von der Regierung bezahlt. Diese Leute haben keine Ahnung von der Wirtschaft.

Also was passierte war, dass sie nie das exzessives Kreditwachstum beachteten. Lassen Sie mich daran erinnern, dass zwischen 2000 und 2007, das Kreditwachstum nominell fünfmal höher als des Wirtschaftswachstums war. Mit anderen Worten, um einen Dollar des BIP zu schaffen, musste man fünf Dollar aus dem Kreditmarkt leihen. Im Jahr 2008 ist das zu Ende gegangen.

Nun da die Fed das Kreditwachstum ignorierte, und feststellte, dass sich bei der kreditsüchtigen Wirtschaft das Kreditwachstum verlangsamte, begann sie mit dem Gelddrucken. Aber glauben Sie mir, man muss kein Raketen-Wissenschaftler sein, um zu verstehen, dass man mit gedrucktem Geld keinen Wohlstand schaffen kann. Andernfalls würde jedes Land unglaublich reich sein, weil jedes Land einfach Geld drucken würde."

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