By Roger | February 23, 2012 4:48 PM CET

Schulden-Tsunami in Japan

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Schulden-Tsunami in Japan

Während die Welt ihre Aufmerksamkeit fest auf der Schuldenkrise der Eurozone konzentriert, haben Japans Staatsschulden ein Rekordhoch von 235 Prozent des BIP erreicht. Japan muss nun eine Herabstufung seines Ratings und damit höherer Finanzierungskosten fürchten, schreibt RT.

An der Börse in Tokio.

Nach Angaben der OECD werden die entwickelten Nationen 2012 die bisher höchsten Rollover von Staatsschulden durchführen müssen. Japan muss annähernd 3 Billionen Dollar Schulden umwälzen, davon allein über 40% im 1. Quartal 2012. Japan hat ein BIP von etwa 5.5 Billionen Dollar.

Das Budget 2012 beläuft sich auf 1.16 Billionen Dollar, während 49 Prozent der geplanten Einnahmen aus neuen Krediten bestehen und 25 Prozent der Ausgaben für den Schuldendienst aufgewendet werden müssen.

Die Kosten für die Kreditaufnahme ist für Japan nicht sonderlich hoch (die Rendite von 10-jährige Anleihen belaufen sich auf nur 0.95 Prozent), weil die Staatsschulden hauptsächlich im Inland gehalten werden. Die Versicherer, Pensionskassen und Banken halten 95 Prozent der Schulden des Landes. Allein die öffentlichen Pensionsfonds der japanischen Postbank halten 35 Prozent der Schulden des Landes.

Die hohe Konzentration der Schulden bei den inländischen Kreditgebern macht es für die Regierung schwierig, immer noch weitere Anleihen zu platzieren. Experten glauben, dass sich Japan im Jahr 2012 unweigerlich um Kreditgeber aus dem Ausland bemühen muss.

Die Zinssätze könnten auch steigen, wenn die Ratingagenturen das Risikoprofil Japans senken. Im Januar 2011 stufte S&P Japan von AA auf AA- herab. Im August 2011 stufte Moodys das Land um eine Stufe auf Aa3 herab. Und im September 2011 sagte Andrew Colquhoun von Fitch, dass die Agentur die Bonität von Japan in den nächsten zwei Jahren reduzieren wird.

Im Februar 2012 bestätigte S&P Japans Kredit-Rating mit negativem Ausblick. Nach Angaben der Agentur sind das große Haushaltsdefizit, die hohe Schuldenlast, die Deflation und die alternde Bevölkerung für die schlechten Aussichten verantwortlich.

Im Jahr 2011 sank das japanische BIP um 0.9 Prozent. Zudem hatte das Land zum ersten Mal seit 1980 ein Handelsdefizit von 32 Milliarden Dollar.

Allerdings nehmen einige die Situation gelassen und sagen, dass eine alternde Bevölkerung einen positiven Einfluss auf die Risikobereitschaft des japanischen Finanzminister habe, während niedrige Steuern die Gelegenheit biete, die Haushaltslücken mit einem möglichen Anstieg der Steuer zu füllen. Daneben weisen viele auf die Devisenreserven von einer Billion Dollar hin. Damit könnte die Bank of Japan als Lender of Last Resort in die Bresche springen.

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