By Nigel Farage | February 21, 2012 4:58 PM CET

Nigel Farage: Athen brennt und Brüssel verliert sich in der Welt der völligen Fantasie

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Nigel Farage: Athen brennt und Brüssel verliert sich in der Welt der völligen Fantasie

Die Euro-Architekten des Euro erhalten immer noch Standing Ovations, wenn sie den Euro-Triumph rühmen, berichtet der Leiter UKIP auf der Webseite "LONDON loves BUSINESS". Krise? Welche Krise?

Die Panik ist vorbei und es gibt keinen Grund zur Sorge. Vor wenigen Monaten, hatten die Abgeordneten sehr viel Angst vor einem Zusammenbruch des Euro, was man in ihren panisch Reden erkannte. Doch nachdem die Krise immer weiter ging und die EU-Finanzminister und die Staats-und Regierungschefs ihren semi-permanenten Wohnsitz in Brüssel einnahmen, kehrte wieder ein Gefühl der Normalität ein. "Der Euro muss und wird gerettet werden", schreien sie.

Nigel Farage im EU-Parlament in Strassburg am 16. November 2011

Ich fühle mich umzingelt von Hunderten von Menschen, die alles verleugnen und weiterhin an Abstimmungen über neue Lebensmittel und Milchprodukte teilnehmen.

Die Hohepriester des EU-Projekts erkennen nur ein echtes Problem: Wir wissen, dass wir nicht genug "Europa" haben. Vergangene Woche hat das Parlament einen Antrag für die Einführung der 'Stabilitäts-Anleihen' zugestimmt, das bedeutet eine volle Schulden-Union.

Niemand kann sich hier die Möglichkeit vorstellen, dass die Deutschen keine Blankoschecks in alle Ewigkeit unterschreiben wollen oder, dass das Medikament den Patienten in Griechenland töten könnte. In der Tat wird der Euro immer wieder als großen Erfolg beschrieben.

Der ehemalige belgische Premierminister, Guy Verhofstadt, sagte letzte Woche, "der Euro ist unsere Quelle für Wachstum." Vielleicht sucht er ja eine alternative Karriere als Komiker.

Als ich in meiner Rede erwähnte, dass Athen in Flammen stand und dass die Kontraktion der griechischen Wirtschaft sich auf sieben Prozent pro Jahr beschleunigt hat, wurde ich einfach ignoriert. Als ich davor warnte, dass all dies zu einer Revolution führen könnte, haben sie gerade ihre Papiere neu gemischt. Sie haben sogar aufgehört mich anzuschreien.

Ihre Selbstzufriedenheit basiert auf ihrer Dominanz über die nationale Politik und deren Politikern.

Sowohl in Italien als auch in Griechenland verhalten sich die Parlamentarier, trotz der Entfernung ihrer gewählten Premierminister, wie Kaninchen, die auf die Scheinwerfer eines herannahenden Autos starren. Sie können nur tun, was ihnen gesagt wird und scheinen die Aussetzung der Demokratie auch noch vollkommen zu akzeptieren.

Die europäischen Vertretern der kolonisierten Völkern sagen uns in dieser Kammer, dass nun die "richtigen Männer" zuständig seien. Einige phantasieren sogar über eine Rückkehr zum Wachstum. Die Tatsache der Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent in Teilen Südeuropas wird schnell beiseite geschoben.

Aber die Opposition wächst. In Griechenland hat eine Kombination aus linkem Flügel und Anti-Rettungspaket-Parteien jetzt 45 Prozent in den Meinungsumfragen erreicht. Die Antwort auf die allgemeinen Wahlen, welche im April abgehalten werden sollen, ist die Forderung nach einer Verschiebung um ein Jahr. Ja nichts anbrennen lassen.

Auch viele britische Abgeordnete wurden in diese laufenden Fantasien gefangen. Die meisten Abgeordneten bei Labour und Lib-Dem glauben, dass der Euro "gerettet" wird.

Die Tory-Position ist eher kurios. Letzte Woche hat der italienische Marionetten-Premierminister, Mario Monti, hier gesprochen. Obwohl er einer der wichtigsten Architekten des heutigen Scherbenhaufens ist, ist er randvoll mit Zuversicht und Optimismus über den Euro.

Am Ende seiner Rede war die Antwort der Tories außergewöhnlich. Einige schlossen sich der Standing Ovation an, andere applaudierten herzlich. Doch der Euroskeptiker Roger Helmer blieb unbeeindruckt sitzen und las den Daily Express. So viel zur einheitlichen Annäherung der Tories an die EU.

Ich muss gestehen, dass ich Monti während seiner Rede mit dem Ruf "wer hat Sie gewählt?", ärgerte. Ein bekannter Tory schaute entsetzt. Wenn Blicke töten könnten.

Was ich am bemerkenswertesten finde ist, dass eine Institution, die ständig über die Menschenrechte und Soziales spricht, bereit ist, die langwierigen Leiden von Millionen gewöhnlicher Menschen zu unterstützen. Die griechische Gesellschaft ist am Rande. Der Abbau und die neuesten Sparmaßnahmen könnten ein Volk ohne Hoffnung nun in eine Revolution treiben. Krise? Welche Krise?

ukip
Nigel Farage im EU-Parlament in Strassburg am 16. November 2011
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