By Roger | February 17, 2012 3:47 PM CET
Portugal: Austritt aus dem Euro zu 70 Prozent wahrscheinlich
Portugal: Austritt aus dem Euro zu 70 Prozent wahrscheinlich
EU-Beamte halten diese Woche eine neue Gesprächsrunde in Lissabon ab, um zu überprüfen, ob Portugal die nächste Tranche über 15 Milliarden Euro der Rettungsaktion erhalten soll oder nicht. Experten sagen, dass Investoren über Portugal besorgter sind als über Griechenland.

Beamte der EU, der EZB und des IWF (die sogenannte "Troika") haben eine zweiwöchige Überprüfung der Wirtschaft des Landes begonnen. Die Überprüfung soll zeigen, ob das bisherige dritte Rettungspaket (87 Milliarden Euro), welches Portugal im Mai 2011 erhalten hat, ausreichte und ob die Gelder effizient eingesetzt wurden.
Zuvor sagte der ehemalige portugiesische Finanzminister Carlos Pina das Bailout-Paket von 2011 reiche nicht aus, und dass sein Land noch weitere 20-25 Milliarden Euro benötigt. Experten von Goldman Sachs glauben, das Land werde seine Sparziele nicht erreichen und unter Umständen noch zusätzliche 30 bis 50 Milliarden Euro Unterstützung benötigen.
Daniel Bushell, Analyst bei RT glaubt, dass Portugal mit einer ganzen Reihe von schwerwiegenden Problemen konfrontiert ist. Einige Experten glauben sogar, dass das Land mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent die Einheitswährung verlassen muss.
"Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordhoch, Moodys hat das Rating des Landes auf einen Junk-Status herabgestuft und seine Rezession wird immer schlimmer mit einem Fall des BIP von 2.7 Prozent in den letzten drei Monaten des Jahres 2011. Auch im dritten Quartal gab es einen Rückgang von 1.7 Prozent", so Daniel Bushell.
Gref Deutsch, CEO bei der russischen Sberbank, sagte: "Für die Investoren ist der Bankrott Griechenlands bereits eingetreten. Wir sollten uns nun um den wahren Elefanten im Raum kümmern: Portugal!" Aus diesem Grund fürchten viele Investoren außerhalb der Eurozoen, dass Portugal noch weitere Volkswirtschaften anstecken wird.
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