By Roger | February 1, 2012 6:09 PM CET
Marc Faber: Italien sollte die Kirche besteuern
Marc Faber: Italien sollte die Kirche besteuern
Marc Faber sagte heute bei The Barron's Roundtable, dass Italien anfangen könnte die Kirche zu besteuern. Damit könnte das Land seine Schulden von derzeit mehr als 1.9 Billionen endlich reduzieren.
Die katholische Kirche nennt schätzungsweise 65.000 Gebäude ihr Eigen. Darunter sind etwa 50.000 Kathedralen, Kirchen und Kappellen, 11.000 Schulen, Universitäten und Bibliotheken und etwa 5.000 Krankenhäuser, schrieb der Telegraph mitte Dezemeber.

Kirchengebäude mit einem wirtschaftlichen Zweck sollen nach Ansicht einiger Parteien endlich besteuert werden. Doch diese Forderung dürfte auf zähen Widerstand der Monti-Regierung treffen, welche mit Akademikern, Bänkern und Geschäftsleuten verbunden ist, die ihrerseits starke Beziehungen zur katholischen Kirche haben.
Im Rahmen eines Gesetzes aus dem Jahr 1982 ist die Kirche und deren Besitz, auch bei kommerziellen Charakter, immun gegen die Besteuerung.
Für diese Steuerbefreiung hat die Kirche lange gekämpft und ist nicht willens sie wieder aufzugeben. "Die Kirche unterstützt die Schwächsten der Gesellschaft und führt eine Tätigkeit zu Gunsten der Gesellschaft aus", behauptet Kardinal Tarcisio Bertone, der vatikanische Staatssekretär, welcher nach dem Heiligen Stuhl von Papst Benedikt XVI der zweithöchste in der Hierarchie ist.
Die Anti-Korruptions-Partei "Italien der Werte" hingegen sagt, es sei Zeit dass auch die Kirche anfängt Steuern zu bezahlen. "Wenn solche schweren Opfer von gewöhnlichen Menschen verlangt werden, dann kann man nicht ungerechtfertigte Ausnahmen machen. Die Kirche muss auf gewerbliche Immobilien auch Steuern zahlen und ihren Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise anbieten", sagte Felice Belisario, ein Senator aus der Partei. "Die Privilegien, die die Kirche bis jetzt genossen hat, sind inakzeptabel und sollten beseitigt werden."


