By Brutus | December 26, 2011 5:18 PM CET

Prof. Wilhelm Hankel: Zurück zur Währungs- und Wechselkurs-Union

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Prof. Wilhelm Hankel: Zurück zur Währungs- und Wechselkurs-Union

In einem Vortrag in Saarbrücken beim Finanzdienstleister Hewa erklärte Proferssor Wilhelm Hankel die Aussichtslosigkeit der heutigen Eurorettungs-Politik.

Prof. Dr. Wilhelm Hankel

Wir steuern heute auf eine Transferunion zu, die für Europa verhängnisvoll sein wird. Die südeuropäischen Länder würden noch für Jahre Unterstützung aus dem Norden gebrauchen. „Doch die Nordgruppe ist weder willens noch in der Lage, die Defizite des Südens dauerhaft zu tragen." Dies sei so, als wenn ein Ertrinkender sich so stark an seinen Retter klammert, dass beide untergehen.

Die diversen Rettungsschirme, die jetzt aufgespannt würden, „halten nicht". „Wir kaufen uns damit nur Zeit." Für Hankel ist die Europäische Zentralbank (EZB) inzwischen ein Fall für den Insolvenzrichter. „Bei einem Eigenkapital von zehn Milliarden Euro hat sie 210 Milliarden Euro an Fremdanleihen in den Büchern. Das kann nicht gutgehen", sagt der Euro-Kritiker. Noch schlimmer sei der EFSF-Rettungsschirm unterfinanziert. Hier stehe einem Eigenkapital von 28 Millionen Euro ein Ausleihkapital von 440 Milliarden Euro gegenüber. Die Papiere, die der EFSF jetzt am Markt platzieren will, „kauft kein Mensch", ist er überzeugt.

Es gibt einen Ausweg: „Wir müssen von der Währungs- zur Wechselkurs-Union zurückkehren", war eine seiner Kernforderungen. Nur wenn jedes EU-Land seine eigene Währung wieder habe, „können Länder diese abwerten, wenn sie Probleme bekommen". Im Rahmen einer Wechselkurs-Union könne dies in einem abgestimmten Prozess vonstatten gehen, der niemanden über Gebühr belaste.

Die oft beschimpften Ratingagenturen hätten den Finger in die richtige Wunde gelegt und die marktgerechte Antwort auf die Ungleichgewichte innerhalb Europas gegeben. „Jetzt wissen wir wenigstens, dass die Märkte diesem Treiben kritisch gegenüberstehen. Die Fortsetzung dieses Schindluders bringt uns alle in Gefahr."

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