By Roger | November 28, 2011 10:29 PM CET
Prof. Dr. Wilhelm Hankel zum Ende der Euro-Illusionen
Prof. Dr. Wilhelm Hankel zum Ende der Euro-Illusionen
Hankel zeigt sich in einem Interview erfreut darüber, dass endlich die Öffentlichkeit dank der Bewertung durch die Finanzmärkte, ein „klares Bild der Situation des Euro" bekommen hat. Denn „endlich verfügen wir nämlich über ein objektives Thermometer über den Stand des Euro-Fiebers, der Staatsverschuldung und der Fehlinvestitionen," so Dr. Wilhelm Hankel.
An den zu zahlenden Zinsen in den Krisenländern könne sich nun jeder ein Bild von der Eurokrise in den einzelnen Mitgliedsländern machen.
Auch der gehebelte EFSF hat vom Markt seine erste Quittung bekommen: „Weder werden seine Anleihen zügig gekauft, noch zu deutschen Zinssätzen. Der Fonds musste erst kürzlich das Doppelte des vergleichbaren deutschen Zinssatzes zahlen. Es ist mir schleierhaft, wie man glauben kann, dass ein Fonds, der Schrottanleihen kaufen soll, seinen AAA-Status behalten kann," so der Ökonom Hankel.
Die derzeitige Diskussion über einen Ankauf von Schrottanleihen durch die EZB oder das Auflegen von Eurobonds ist ebenfalls nicht zielführend. Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch die Bundesbank verbieten den Einsatz von Eurobonds. Weidmann hat erst kürzlich unmissverständlich klargestellt, dass eine Finanzierung der Staatsschulden durch die EZB die Währung und damit das Vertrauen Europas auf den internationalen Finanzmärkten zerstören würde.
Hankel ist für seine eiserne Haltung bekannt, dass Deutschland aus dem Euro austreten müsse. Dass durch einen Austritt Deutschlands sofort eine drastische Aufwertung unserer neuen Währung einsetzen würde, hat durchaus positive Seiten: „Das wäre wunderbar, dann könnten Schäuble oder seine Nachfolger Deutschlands Billionen Euro-Staatschulden billig tilgen."
Auch für die Wirtschaft wäre eine neue Deutsche Mark eher positiv:: „Deutschlands Wirtschaft beginnt langsam zu begreifen, dass Exportstärke und Exportleistung und eine schwache Währung nicht zusammengehen. Unser Nachbar Schweiz zeigt gerade, was er mit seiner starken Währung leisten kann: den billigen Einkauf von hoch rentablen Produktionsstandorten im Ausland," so Hankel.
Lesen Sie hier das ganze Interview.






