By rb | August 31, 2011 9:06 AM CEST

Ägyptischer Dschihadist gibt Einblicke in die gestörte Geisteswelt eines Fundamentalisten

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Ägyptischer Dschihadist gibt Einblicke in die gestörte Geisteswelt eines Fundamentalisten

Der arabische Frühling, der mit der Hoffnung auf eine Demokratisierungswelle im Nahen Osten einherging, zeigt in Ägypten ab und zu auch seine bizarren Früchte. Nämlich dann, wenn fundamentalistische Islamisten, die unter Hosni Mubarak weggesperrt wurden, ihre neu gewonnene Freiheit nutzen und das Recht auf freie Meinungsäusserung wahrnehmen.

Scheich Adel Schehato will keine Demokratie, keine Kunst, keine freie Ungläubigen sondern nur den Islam und zwar weltweilt

Ein innerhalb der radikalen islamistischen Bewegung Ägyptens zusehends an Macht gewinnender Dschihadist, der seit dem Fall des Regimes von Hosni Mubarak eine immer gewichtigere Rolle spielt, erklärte jüngst in einem Zeitungsinterview, dass für ihn das Wort Demokratie keine Bedeutung hat, da es im Koran niergends auffindbar ist, dass es so etwas wie Kunst im Islam nicht gäbe und daher Sehenswürdigkeiten wie die Sphinx oder Scharm El-Scheich geschlossen gehören, und dass er gegen alle universellen von Menschen gemachten Rechte sei und nur die Scharia anerkenne, denn schliesslich basiere die Scharia auf göttlichem Recht und nicht auf Logik. Darüber hinaus sollen gleich auch christliche Kirchen in Ägypten niedergebrannt werden, wenn es dem Islam dient. Was übrigens die Menschen wollen ist diesem Dschihadisten völlig egal, er richtet sich nur nach dem Willen Allahs.

Diese Kommentare stammen von Scheich Adel Schehato, einem hochrangigen Führer der ägyptischen Dschihadisten. Der Scheich wurde 1991 aufgrund seiner Auffassungen inhaftiert und zu Beginn dieses Jahres inmitten der Revolution, durch die Mubarak gestürzt wurde, wieder freigelassen.

Sein am 13.08.2011 veröffentlichtes Interview mit der ägyptischen Tageszeitung Roz Al-Yousef wurde nun vom Middle East Media Research Institute (MEMRI) übersetzt.

Hier einige Auszüge davon:

„Sind Sie gegen das Sprengen von Kirchen?", wollte die Zeitung von Schehato wissen. „Ja und nein", antworte er und führte weiter aus: „Es steht den Christen frei, ihren Gott in seiner Kirche anzubeten, doch wenn die Christen den Muslimen Probleme bereiten, werde ich sie auslöschen. Ich orientiere mich an der Scharia und die legt fest, dass sie die Dschizya-Steuer zu entrichten haben, wenn sie unterworfen sind."

Der Interviewer der Zeitung sagte, dass „diese Auffassungen uns Angst machen", worauf Schehato erklärte: „Ich werde nicht entgegen meines Glaubens handeln, nur um die Leute glücklich zu machen...Wir erklären den Christen, dass sie zum Islam konvertieren oder die Dschizya zahlen müssen, ansonsten werden wir sie bekämpfen. Die Scharia basiert nicht auf Logik, sondern auf göttlichem Recht. Deshalb sind wir auch gegen universelle, durch den Menschen geschaffene Verfassungen."

Schehato erklärte auch, dass die ägyptischen Pyramiden für Touristen unzugänglich gemacht werden müssen: „Es wird Tourismus zum Zwecke medizinischer Behandlung geben, aber die touristischen Sehenswürdigkeiten wie die Sphinx oder Scharm El-Scheich werden geschlossen, da es meine Aufgabe ist, Allah zu dienen anstatt den Menschen. Kein stolzer Muslim wird jemals gewillt sein, von Tourismusgewinnen zu leben, da die Touristen, die kommen, Alkohol trinken und herumhuren. Wenn sie kommen wollen, müssen sie sich an die Bedingungen und Gesetze des Islam halten. Wir werden ihnen erklären, dass die Pyramiden laut der Scharia aus einem heidnischen und polytheistischen Zeitalter stammen."

Dann führte Schehato aus, wie die ägyptische Kunst und Kultur aussehen wird, sollte er an die Macht kommen: „So etwas wie Kunst gibt es im Islam nicht. Malerei, Singen und Tanzen sind verboten. Im Staat wird es daher nichts außer islamische Kultur geben, da ich die gottlose Kultur nicht lehren darf...Wir werden zu der vernünftigen Kultur der Muslime und der muslimischen Vorväter und der islamischen Geschichte zurückkehren."

Auch mit demokratischen Instrumenten wie einer Verfassung kann Schehato nur wenig anfangen: „Als Muslime müssen wir daran glauben, dass der Koran unsere Verfassung ist und es unmöglich für uns ist, ein westliches demokratisches Regime einzuführen. Ich bin gegen die Demokratie, da sie nicht dem Glauben der Muslime entspricht...Laut dem Islam ist es den Menschen verboten, zu herrschen und Gesetze zu verabschieden, da Allah der alleinige Herrscher ist. Allah hat den Begriff Demokratie als Herrschaftsform nicht erwähnt, er kommt im arabischen und islamischen Lexikon überhaupt nicht vor...Wenn Allahs Gesetzt erst einmal eingeführt ist, wird auch die Aufgabe der Menschen enden und Allah der oberste Herrscher sein."

Schehato erklärte, dass Führer wie er nicht zu wissen bräuchten, was die Menschen wollen: „Es gibt weder Beratungen (der Regierungsvertreter) mit gewöhnlichen Bürgern wie Arbeitern oder Bauern, noch gibt es Beratungen, die der Scharia entgegenstehen."

Schehato warnte, dass Muslime wie Mubarak, die islamische Länder anführen, ohne sich dabei strikt an die Scharia zu halten, nichts weiter als Abtrünnige seien: „Im Gegensatz zu den ungläubigen Juden und Christen sind es abtrünnige Ungläubige, und jeder, der daran zweifelt, dass sie Ungläubige sind, ist ebenfalls ein Ungläubiger."

Er erklärte, die Muslime müssten sich darüber im Klaren sein, dass Christen und Muslime keine Freunde sein können: „Ich muss die Muslime unterstützen und die Christen bekämpfen. Wenn mir ein Christ keinen Schaden zufügt, werde ich einen eingeschränkten Kontakt zu ihm aufrechterhalten. Im Islam gibt es verschiedene Abstufungen des Kontakts mit einem Christen, namentlich: Versprechen einzuhalten, ehrlich mit ihm umzugehen, ihn nett zu behandeln und sich mit ihm anzufreunden. Die ersten drei sind erlaubt, aber das vierte wird als gefährlich angesehen, da es dem Vers entgegensteht, in dem es heißt: ´...Freunde dich nicht mit meinen Feinden und deinen Feinden an.'"

Darüberhinaus führte er aus, dass ein weltweites islamisches Reich selbstverständlich sei: „Natürlich werden wir auf der gesamten Welt eine Kampagne der islamischen Eroberung einleiten. Sobald die Muslime und der Islam Ägypten kontrollieren und die Scharia eingeführt haben, werden wir uns den Nachbarregionen, Libyen und im Süden dem Sudan, zuwenden. Alle Muslime auf der Welt, die sehen möchten, wie die Scharia weltweit eingeführt wird, werden zur ägyptischen Armee kommen, um islamische Bataillone zu bilden, deren Aufgabe es sein wird, den Sieg herbeizuführen."

Und auch die Außenpolitik dürfte nach seiner Auffassung recht simpel ausfallen: „Es gibt Muslime und Ungläubige. Wir werden in jedem Land Botschafter haben. Wir möchten die anderen Länder dazu auffordern, sich dem Islam anzuschließen, und das wird die Aufgabe der Botschafter sein. Wenn sie sich weigern, wird es Krieg geben."

MEMRI wurde im Jahre 1998 gegründet, um die Medien im Nahen Osten zu untersuchen. Es handelt sich bei MEMRI um eine außerparteiliche, allgemeinnützige Gruppe mit Büros in Washington, London, Rome, Jerusalem, Bagdad, Shanghai und Tokio. Zu den Beratern gehören Nobelpreisträger, Gewinner der US-Freiheitsmedaille und der Goldmedaille des US-Kongresses wie Elie Wiesel, James Woolsey, John Bolton, John Ashcroft, William Bennet, Paul Bremer, Alan Dershowitz und Edgar Bronfman.

Quellen:
http://www.propagandafront.de/182140/demokratie-fur-anfanger-agyptische-dschihadisten-fordern-schliesung-der-pyramiden-tod-von-christen-und-weltregierung.html
http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/5601.htm
http://barenakedislam.wordpress.com/2011/08/30/egypt-the-obama-supported-arab-spring-has-nothing-to-do-with-freedom-and-democracy-and-everything-to-do-with-islamic-tyranny/

memri
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