May 17, 2011 5:09 PM CEST
Libyen UN sagt Luftangriffe der Nato gehen zu weit
Libyen UN sagt Luftangriffe der Nato gehen zu weit
Der Chef der britischen Streitkräfte, General David Richards, hatte am Sonntag gefordert, auch die Infrastruktur Libyens müsse angegriffen werden. Es reiche nicht aus, militärische Ziele zu bombardieren. UN-Sonderbeauftragter Abdul Ilah Khatib betonte jedoch, dass die Luftangriffe der Nato über den Rahmen der entsprechenden Resolution hinausgingen.

"Wenn wir nicht noch einen draufsetzen, laufen wir Gefahr, dass Gaddafi am Ende des Konflikts an der Macht bleibt", sagte Richards. Ein Angriff auf die Infrastruktur hätte verheerende Folgen für die Zukunft des libyschen Volkes.
Die NATO lehnt es ab, sich zur Forderung nach einer Ausweitung der Bombenangriffe auf Ziele in Libyen zu äußern. "Wir reden nicht über Details des Einsatzes", sagte Bündnissprecherin Oana Lungescu am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich am Dienstag erneut für einen Waffenstillstand zwischen dem Gaddafi-Regime und den Rebellen im Osten ausgesprochen. Sobald Zeitpunkt und Bedingungen der Waffenruhe vereinbart sind, habe die Nato keinen Grund mehr für weitere Bombenangriffe.
„Am wichtigsten ist jetzt, den Zeitpunkt und die Bedingungen der Waffenruhe zu vereinbaren", so Lawrow am Dienstag in Moskau. Dies wäre ein festes Fundament für einen nationalen Dialog über die Zukunft Libyens. Dies sei auch die Meinung des UN-Sonderbeauftragten für Libyen, Abdul Ilah Khatib, der am Montag Moskau besucht hatte. Er betonte erneut, dass die Nato mit ihren Luftangriffen in Libyen weit über den Rahmen der entsprechenden Resolution des Weltsicherheitsrats hinausgehe.
Libyschen Angaben zufolge wurden in Tripolis am frühen Dienstagmorgen das Innenministerium sowie ein weiteres Regierungsgebäude bei Angriffen der NATO getroffen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, die Zentrale des libyschen Geheimdienstes sowie eine Trainingsanlage von Leibwächtern der Gaddafi-Familie sei durch Kampfjets und Marschflugkörper zerstört worden. Die getroffen Ziele seien „zentrale Bestandteile des Apparates" gewesen, mit dem das Regime brutal gegen die Zivilbevölkerung vorgehe.
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