By Roger Baettig | April 13, 2011 2:40 PM CEST

USA Verschuldung: IWF erwartet Taten statt Worte

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USA Verschuldung: IWF erwartet Taten statt Worte

Die US-Staatsverschuldung wird vom IWF mit derjenigen von Griechenland und Irland gleichgesetzt. Washington wird zur Eile gedrängt, endlich glaubhafte Maßnahmen zu ergreifen, um die Schulden zu verringern und Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Doch ein Blick auf die Statistik lässt die Alarmglocken schrillen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte gestern von westlichen Staaten einen noch entschlosseneren Kampf gegen ihre hohe Verschuldung und nahm dabei vor allem die USA ins Visier. „Die meisten Industrienationen haben dieses Jahr ihre Defizite verringert, doch die Vereinigten Staaten haben die Anpassungen auf Eis gelegt", heißt es im jüngsten IWF-Bericht zur Lage der internationalen Staatsfinanzen, der in Washington vorgelegt wurde.

Den Europäern bescheinigt der Währungsfonds Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise, die seit gut einem Jahr die Finanzmärkte in Atem hält. „Das durchschnittliche Defizit in der Euro-Zone wird voraussichtlich deutlich zurückgehen", schreibt der IWF. Neben den Bemühungen Griechenlands, Irlands und Portugals, mit einem harten Sparkurs das Vertrauen der Märkte zurückzuerobern, lobt der IWF in seinem Bericht auch Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Washington wird jedoch zur Eile gedrängt, endlich glaubhafte Maßnahmen zur Verringerung der Verschuldung zu beschließen. Mit Blick auf die hohe Gesamtverschuldung von 91,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stellt der Währungsfonds die USA in eine Reihe mit den größten Euro-Sorgenkindern Irland und Griechenland.

Der Investor-Verlag schreibt, dass die USA von 1776 bis ins Jahr 2000 Schulden in Höhe von 5,8 Billionen Dollar angehäuft hätten. Dies sei zwar nicht besonders gut, was jedoch in den 10 Jahren danach kam spottet jeder Beschreibung. Die USA hat es fertig gebracht, ihre nationalen Schulden fast zu verdreifachen! Beiligender Chart zeigt, dass die US-Staatschulden derzeit in den Himmel wachsen.

Gegenwärtig stehen die USA mit über 14 Billionen US-Dollar in der Kreide. Bei den Bundesstaaten sieht es nicht viel besser aus. 829 Mrd. US-Dollar Staatsschulden haben die USA seit Oktober 2010 angehäuft. Die Verschuldung der Bundesstaaten und Gebiertskörperschaften verdoppelte sich in diesem Zeitraum von 1,2 Billionen auf 2,46 Billionen Dollar.

In der vergangenen Woche hatten sich Republikaner und Demokraten nach zähen Verhandlungen auf Ausgabenkürzungen über 38 Mrd. US-Dollar geeinigt und damit einen Haushaltsnotstand verhindert. Noch schwierigere Verhandlungen drohen Mitte Mai. Dann könnte die derzeitige Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar überschritten werden, bzw. muss wieder neu verhandelt werden. Für eine Erhöhung braucht die Regierung die Zustimmung des Kongresses.

Die US-Schuldenuhr tickt immer weiter. Auf ihr wird das ganze Ausmass der Verschuldung deutlich:
- Staatsschulden pro Bürger: 45'000 US-Dollar
- Staatsschulden pro Steuerzahler: 128'000 US-Dollar
- Persönliche Schulden pro Bürger: 51'000 US-Dollar
- Ersparnisse pro Familie: 6'800 US-Dollar
- Bezüger von Ernährungsmarken: 44 Mio. (15 % der Bevölkerung)
- usw.

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