December 19, 2010 5:06 PM CET
Fiskus nimmt 1,8 Milliarden Euro durch Steuer-CDs ein
Fiskus nimmt 1,8 Milliarden Euro durch Steuer-CDs ein
Der umstrittene Ankauf von CDs mit Daten von Bankkunden in Liechtenstein und der Schweiz spült einem Magazinbericht zufolge rund 1,8 Milliarden Euro in die klammen deutschen Staatskassen.
Insgesamt könnten die Finanzämter mit Nachzahlungen in dieser Höhe von Deutschen rechnen, die ihre Kapitalerträge von Konten in diesen Ländern bislang undeklariert ließen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab unter Berufung auf noch nicht veröffentlichte Berechnungen der Steuerschätzung. 1,6 Milliarden Euro fielen noch in diesem Jahr an, 200 Millionen im nächsten.
Nach Expertenschätzungen haben Bundesbürger im Ausland 250 bis 300 Milliarden Euro an Anlagen und Kapitalerträgen angesammelt, die nicht versteuert wurden. Davon entfallen angeblich rund 100 Milliarden Euro auf die letzten zehn Jahre, unterliegen also noch nicht der Verjährung und könnten im Prinzip noch besteuert werden.
Der Ankauf von Steuer-CDs hat eine Selbstanzeigen-Flut von Steuersündern ausgelöst, die die Aufdeckung von Steuerdelikten fürchten. Bei Selbstanzeigen können Steuersünder allerdings wohl nicht mehr lange darauf bauen, weitgehend ungeschoren davonzukommen. Nach einem Anfang Dezember vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf soll nur noch dann Straffreiheit gewährt werden, wenn die Steuersünder den Fiskus lückenlos über ihre steuerlichen Angelegenheiten informieren. Dies müssen sie zudem gemacht haben, bevor die Steuerbehörden Prüfungen angekündigt haben.
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