December 7, 2010 8:31 PM CET

Obamas Steuer-Kompromiss beflügelt Wall Street

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Obamas Steuer-Kompromiss beflügelt Wall Street

New York (Reuters) - Barack Obamas Steuer-Kompromiss hat den Börsen in New York am Dienstag Auftrieb gegeben.
Der US-Präsident ging auf die oppositionellen Republikaner zu und schlug vor, von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführte Steuererleichterungen auch für reiche Amerikaner um zwei Jahre zu verlängern. Eigentlich wollten Obama und seine Demokraten nur die Mittelschicht entlasten. Ohne eine Einigung wären aber zum Jahresende die Steuererleichterungen für alle US-Bürger ausgelaufen. Händler hofften nun auf eine Ankurbelung des Konsums und damit der Wirtschaft. Darüber geriet die Schuldenkrise in Europa und der Streit um ihre Bekämpfung in den Hintergrund.
In New York stieg der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,4 Prozent auf 11.409 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,5 Prozent zu auf 1229 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 0,6 Prozent höher bei 2611 Stellen. In Frankfurt hat der Dax am Dienstag erstmals seit zweieinhalb Jahren über der Marke von 7000 Punkten geschlossen. Der deutsche Leitindex übersprang in der Schlussauktion knapp die psychologisch wichtige Marke und beendete den Handel 0,7 Prozent im Plus bei 7001 Zählern.
Der Steuerkompromiss ist ein Zugeständnis Obamas an die neuen Machtverhältnisse im Kongress. Investoren hielten die Steuererleichterungen für notwendig, um die fragile Wirtschaftserholung nicht zu beeinträchtigen. "Das ist gleichbedeutend mit einem weiteren Konjunkturprogramm", sagte Joseph Battipaglia, Marktstratege bei Stifel Nicolaus. "Das stärkt die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes, was sich wiederum der Konjunktur und den Unternehmensbilanzen niederschlagen wird." Der S&P Index kletterte zeitweise auf den höchsten Stand dieses Jahres.
Angesichts der Nachrichten aus dem eigenen Land geriet die Schuldenkrise in Europa in den Hintergrund. Positiv wurde aufgenommen, dass die EU-Finanzminister den Weg für die Irland-Hilfen freimachten. Nun muss das irische Parlament noch dem mit massiven Einsparungen gespickten Haushalt für 2011 zustimmen. Investoren setzten darauf, dass die Parlamentarier ihn zügig abnicken.
Bei den Einzeltiteln standen die Aktien der Citigroup im Fokus. Die US-Regierung strich mit dem Verkauf ihres Anteils zwölf Milliarden Dollar ein. Der Staat war der in Bedrängnis geratenen Citigroup auf dem Höhepunkt der Finanzkrise als Nothelfer beigesprungen. Das Papier stieg um rund drei Prozent.
Dazu drückte eine Übernahme im Energiesektor die Wall Street nach oben. Das Erdgas-Unternehmen AGL Resources will den bisherigen Konkurrenten Nicor übernehmen. Die Aktien von AGL fielen um fünf Prozent, die von Nicor legten um 4,8 Prozent zu.

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