November 3, 2010 12:54 PM CET

Ölpest-Kosten drücken auf BP-Gewinn

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Ölpest-Kosten drücken auf BP-Gewinn

London (Reuters) - Immer höhere Kosten für die Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko machen BP schwer zu schaffen.
Der britische Ölkonzern hob seine Prognose für die Belastungen durch die größte Umweltkatastrophe in der US-Geschichte um rund acht Milliarden auf fast 40 Milliarden Dollar an. Verzögerungen beim Schließen des nach dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" leckgeschlagenen Tiefsee-Bohrloches hätten auch die Beseitigung der Umweltschäden verteuert und die Entschädigungssumme erhöht. Das zehrt mächtig am Gewinn des Unternehmens, das am Dienstag für das dritte Quartal einen Einbruch von 63 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar auswies.
Dennoch konnte BP wie die Konkurrenz von dem im Zuge der Konjunkturerholung anziehenden Ölpreis profitieren. Um die Ölpestkosten bereinigt stieg der Gewinn zum Vorjahr deutlich stärker als erwartet um 18 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar. Dazu trugen bessere Margen im Raffinerie-Geschäft und geringere Steuerzahlungen bei. Der Aktie bescherte dies ein Plus von rund 1,5 Prozent. Auch die Ankündigung des Managements, im nächsten Jahr womöglich die Dividendenzahlung wiederaufzunehmen, erfreute die Anleger. "Ein großer Teil der Unsicherheit ist aus dem Weg geräumt, und BP kommt damit langsam aber sicher zurück ins Geschäft", sagte Branchenexperte Manoj Ladwa von ETX Capital. Noch im zweiten Quartal verbuchte BP wegen des Öl-Dramas einen Verlust von rund 17 Milliarden Dollar. Konzernchef Tony Hayward musste nach Kritik an seinem Krisenmanagement gehen.
Allerdings hinkt BP weiter der Konkurrenz hinterher. So konnte der britisch-niederländische Ölmulti Shell seinen bereinigten Gewinn im abgelaufenen Quartal um fast 90 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar steigern. Der größte US-Rivale Exxon Mobil verbuchte einen um 55 Prozent höheren Nettogewinn von 7,4 Milliarden Dollar. Zudem konnte die Branche die Produktion zumeist steigern, während BP auch wegen Ausfällen im Golf von Mexiko vier Prozent weniger Öl zutage förderte.
Die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" war im April nach einer Explosion gesunken. Danach war über Monate Öl in den Golf von Mexiko geströmt, ehe das Bohrloch in rund 1600 Metern Tiefe Mitte September endgültig versiegelt werden konnte. Welche Kosten deswegen auf BP zukommen ist immer noch ungewiss. Der Konzern verschlagt sie zwar inzwischen auf 40 Milliarden Dollar. Doch müssen möglicherweise das US-Unternehmen Anadarko Petroleum und das japanische Handelshaus Mitsui entsprechend ihres Anteils von zusammen 35 Prozent an dem Ölfeld für die Kosten aufkommen. Sollte BP allerdings - wie von seinen beiden Partnern vorgeworfen - grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, muss der Ölmulti nicht nur die Kosten alleine tragen, sondern auch noch mit Strafen in den USA über rund 17 Milliarden Dollar rechnen.
BP stellte Mitsui inzwischen eine Rechnung über rund zwei Milliarden Dollar aus, vier Mal höher als noch vor drei Monaten. Die Japaner erklärten, sie wollten das Geld bis zu einer endgültigen Klärung der Sachlage zurückhalten. Mitusi ist mit zehn Prozent an dem Ölfeld beteiligt.

Ein BP Logo an einer Tankstelle in London
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