November 1, 2010 9:43 AM CET

DAX-Vorschau: Zentralbanken geben die Richtung vor

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DAX-Vorschau: Zentralbanken geben die Richtung vor

Frankfurt (Reuters) - Vier Zentralbanksitzungen, Kongresswahlen in den USA, wichtige Konjunkturdaten aus den beiden weltgrößten Volkswirtschaften und jede Menge Quartalsbilanzen - die neue Börsenwoche verspricht Spannung.
Aktienstrategen sind uneins - stellt die Datenflut die Weichen für einen Aufschwung bis Jahresende, oder gehen die Kurse wieder in den Keller? Während Commerzbank-Experte Gunnar Hamann Aufwärtspotenzial sieht, weil eine Rezession an Wahrscheinlichkeit verliert, halten es die Marktstrategen der Landesbank Berlin für möglich, dass die Anleger ihre Gewinne aus der Oktober-Rally einstreichen.
In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax zwar zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch bei 6668,54 Zählern geschafft. Auf Wochensicht hat er sich allerdings nur noch wenig nach oben bewegt. Am Freitag schloss der Leitindex 0,1 Prozent im Plus bei 6601 Zählern.
BÖRSIANER HOFFEN AUF SIEG DER REPUBLIKANER
Erster Höhepunkt der Woche sind die US-Kongresswahlen am Dienstag. Entschieden wird über die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und ein Drittel des Senats. Während eine Niederlage der Demokraten von Präsident Obama im Repräsentantenhaus als sicher gilt und die Börse kaum bewegen dürfte, hoffen etliche Börsianer auf eine Mehrheitsübernahme der Republikaner im Senat. Dann könnte die Opposition beschlossene Reformen - auch Teile der Finanzreformen - rückgängig machen und weitere Vorhaben des Präsidenten blockieren.
Nur einen Tag nach den Wahlen wird die US-Notenbank Fed wohl ankündigen, dass sie wieder die Notenpresse anwirft und weitere Staatsanleihen kauft. Alles andere wäre eine Überraschung und würde den Markt kräftig durchschütteln. Offen ist für Experten aber, wie tief Fed-Chef Ben Bernanke in die Tasche greift. Ein Mega-Paket über zwei Billionen Dollar wird es wohl nicht - so weit sind Analysten inzwischen einig. Viele prognostizieren nun bis zu 500 Milliarden Dollar. Sollten die Erwartungen der Anleger nicht erfüllt werden, könnten sie aus dem Markt flüchten, warnt Marktstratege Stefan Scheurer von Allianz Global Investors.
Die Bank of England dürfte am Donnerstag, da sich die Wirtschaft zuletzt berappelt hat und die Preise gestiegen sind, nach Meinung der Unicredit still halten und abwarten. Andere Signale werden von der EZB erhofft. Immer mehr EZBler sprachen zuletzt über den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Zum Wochenschluss tagt dann auch die Bank of Japan (BoJ). "Die BoJ wird versuchen, die negativen Auswirkungen einer weiter gelockerten US-Geldpolitik abzufedern", meint der Chefökonom von Dai-ichi Life Research, Hideo Kumano. Das könnte sie mit neuen Devisenmarktinterventionen tun oder aber noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen.
Neben den Zentralbanken sind Konjunkturdaten im Blick der Geldanleger - neben dem US-Arbeitsmarktbericht vor allem die Einkaufsmanagerindizes aus den USA und China. "Je stärker die Industriestaaten zur Schwäche neigen, desto stärker liegen die Wachstumshoffnungen auf den Schwellenländern", erläutert Scheurer.
WIE VIEL KONJUNKTURAUFSCHWUNG STECKT IN DEN BILANZEN?
Direkten Aufschluss über die Lage der Wirtschaft werden Quartalszahlen der Unternehmen liefern. Allein acht Dax-Firmen informieren über ihre Geschäftsentwicklung. Spannend wird unter anderem, ob BMW seine bisher recht wolkige Prognose konkreter fasst. Immerhin hat Rivale Daimler schon zum dritten Mal in diesem Jahr die Erwartungen nach oben geschraubt. Und nachdem einige große europäische Telekomkonzerne bereits gute Resultate vorgelegt haben, dürfte auch die Telekom nicht enttäuschen. Das Industriegasegeschäft von Linde dürfte klar vom hiesigen Konjunkturaufschwung profitiert haben, von daher werden starke Quartalszahlen erwartet.

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