September 11, 2010 12:44 PM CEST

Medien - Präsidialamt führte Einigung Sarrazin/Bundesbank herbei

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Medien - Präsidialamt führte Einigung Sarrazin/Bundesbank herbei

Der Rückzug von Thilo Sarrazin aus dem Vorstand der Bundesbank geht Medienberichten zufolge auf Vermittlung des Bundespräsidialamtes zurück.

Medien - Präsidialamt führte Einigung Sarrazin/Bundesbank herbei

So führte Staatssekretär Lothar Hagebölling mit Sarrazin das entscheidende Gespräch, das zum Amtsverzicht des umstrittenen Buchautors führte, wie das Magazin "Focus" am Samstag vorab berichtete. Nach Angaben des "Spiegel" verschaffte das Präsidialamt Sarrazin dabei eine höhere Pension. "Er kassiert nun 1000 Euro mehr im Monat", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Bundesbanker dem "Spiegel".

Die Bundesbank hätte Sarrazin zunächst angeboten, für seine 17 Monate im Amt eine Pension ohne Abzug zu zahlen, wenn er sich freiwillig zurückzöge. Doch in den vom Bundespräsidialamt geführten Verhandlungen habe Sarrazin eine noch höhere Forderung durchgesetzt. Nun bekomme er eine Pension, wie sie ihm am Ende der regulären Laufzeit seines Vertrags im Jahr 2014 zugestanden hätte. "Der ist vom Stamme Nimm", sagte ein führender Bundesbanker dem "Spiegel".

Eine Abfindung erhält Sarrazin zwar nicht, wie der "Focus" weiter berichtete. Allerdings sei Sarrazin mit 65 Jahren voll pensionsberechtigt und erhalte ab Oktober eine monatliche Altersversorgung von rund 10.000 Euro. Darin seien auch seine früher erworbenen Ansprüche als Berliner Finanzsenator, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und Beamter im Bundesfinanzministerium abdeckt. Zudem habe sich sein umstrittenes Buch inzwischen 400.000 mal verkauft und werde bereits in der achten Auflage gedruckt.

Sarrazin war am Donnerstagabend seiner Abberufung zuvorgekommen und hatte den Bundespräsidenten um seine Entlassung gebeten. Wulff begrüßte die einvernehmliche Lösung, die ihm die juristisch heikle Entscheidung über den Rauswurf des Notenbankers erspart.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit appellierte unterdessen an seinen umstrittenen Parteikollegen, nun auch sein SPD-Parteibuch freiwillig zurückzugeben. "Sarrazin könnte der SPD einen Dienst erweisen und nach seinem Rückzug aus der Bundesbank auch die SPD verlassen", sagte der stellvertretende SPD-Vize dem "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe) laut Vorabbericht. "Klar ist doch, dass er den Grundkonsens unserer Partei nicht teilt." Zwar müsse man die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen, "aber man darf sie nicht auch noch schüren", sagte Wowereit.

Gegen einen Ausschluss Sarrazins sprach sich der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück aus. "Ich würde ihn halten", sagte Steinbrück dem "Spiegel". Zwar würde er selbst sich nie so äußern wie Sarrazin. "Aber die Integrationsfragen in diesem Land werden nicht dadurch gelöst, dass man Herrn Sarrazin aus der SPD ausschließt."

Fabrizio Bensch / REUTERS
Sarrazin geht
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