September 8, 2010 11:56 AM CEST

Überschalljets: Russische Forscher entwickeln Concordes im Miniformat -„Rossijskaja Gaseta“

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Überschalljets: Russische Forscher entwickeln Concordes im Miniformat -„Rossijskaja Gaseta“

Die Geschichte der russischen Überschall-Passagierflugzeuge ist mit der Tu-144 nicht zu Ende gegangen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

Überschallpassagierflugzeug TU 144

Forscher vom Zentralen Aerohydrodynamischen Institut (ZAGI) haben ein leichtes Überschallflugzeug, das als Privatjet oder als „Flugtaxi“ eingesetzt werden könnte, entworfen.

In mehreren Ländern arbeiten Ingenieure an der Entwicklung von Überschallflugzeugen. Es geht sowohl um große Maschinen als auch um kleine Jets. Es gibt aber einige Probleme, die vor dem Bau der Maschinen gelöst werden müssen - eine davon ist der Überschallknall.

„Wir müssen die schädliche Wirkung der Stoßwelle, die einer Explosion gleichgesetzt werden kann, erheblich vermindern“, sagte der damalige Direktor des Instituts, Sergej Tschernyschow, vor zwei Jahren. „Doch das wichtigste ist, dass wir die Lautstärke des Überschallknalls heute auf 65 Dezibel bringen können“.

Das ergibt ein Geräusch, das niemanden stört. Diese Angaben können für die Verabschiedung der Richtlinien zum Überschallknall maßgeblich sein. Solche Normen gibt es in der Welt bislang nicht, wahrscheinlich wird es sie nicht früher als 2011 geben. Das Problem des Überschallknalls ist zumindest auf grundlegender Ebene gelöst. Doch die Konstruktionstests werden noch rund fünf Jahre dauern.

„Zuerst wird ein kleiner Business-Überschalljet entstehen, für den es erheblich leichter ist, den Überschallknall auf eine akzeptable Ebene zu bringen und die Lärmrichtlinien einzuhalten“, sagte Tschernyschow. „Der Markt für solche Jets wird auf rund 400 Maschinen geschätzt - das kann ernst genommen werden“.

Auch der Bau eines Flugtaxis wird im Vergleich zu Überschall-Großraumflugzeugen erheblich preiswerter sein. Wie soll der „fliegende Fiaker“ mit Riesengeschwindigkeiten aussehen? Die ZAGI-Ingenieure haben verschiedene technische Lösungen und Varianten unter die Lupe genommen. Eine Analyse der Einsätze der kleinen Privatjets hat ergeben, dass sie größtenteils für eintägige Geschäftsreisen eingesetzt werden (morgens aus dem Haus, tagsüber ein Geschäftstreffen und abends wieder zurück).

Dabei sind 93 Prozent der Strecken nicht länger als 4000 km. Zwischen Moskau und Paris oder London liegen rund 2500 km, nach Barcelona sind es etwas mehr als 3000 km, bis Irkutsk oder Neu Dehli sind es 4300 km. Für ein Überschallflugzeug dauert so ein Flug weniger als drei Stunden. Das Cockpit kann unter diesen Bedingungen laut Experten einen Durchmesser von 1,3 bis 1,4 Meter haben.

Noch ein wichtiges Detail: Die Flugtaxis können auf Flughäfen mit einer 1200 Meter langen Piste landen und starten. Solche Flugplätze gibt es in fast allen Provinzhauptstädten und Großstädten.

A. Polikashin / RIA Novosti
Mini-Concorde
© RIA Novosti
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