August 4, 2010 1:07 PM CEST

US-Konjunktur verliert Schwung - Bericht über Fed-Hilfen

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US-Konjunktur verliert Schwung - Bericht über Fed-Hilfen

Die US-Notenbank prüft einem Zeitungsbericht zufolge, eines ihrer zentralen Programme zur Stützung der Konjunktur fortzusetzen.

Eingang zum Federal Reserve Building in Washington am 15. Dezember 2009.

Die Fed erwäge, den Kauf von Anleihen möglicherweise doch nicht auslaufen zu lassen, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag in seiner Internetausgabe. Mit dem Instrument kann die Fed der Wirtschaft frisches Geld zuführen. Die stagnierenden Konsumausgaben und rückläufige Industrieaufträge bestätigten die Sorgen, die größte Volkswirtschaft der Welt stehe vor weiteren konjunkturellen Rückschlägen. US-Finanzminister Timothy Geithner befürchtet, dass die Arbeitslosenquote noch ein paar Monate steigen könnte, bevor sich die Lage wieder bessert.

Bei der Fed-Sitzung in der kommenden Woche werde über einen moderaten, aber symbolisch wichtigen Schritt gesprochen, berichtete die Zeitung ohne Angabe von Quellen: Die Fed könne auslaufende Anleihen durch neue Hypotheken oder Staatspapiere ergänzen und so das Volumen ihrer Wertpapierbestände stabil halten. Erst vor vier Monaten hatten die Währungshüter beschlossen, das gigantische Anleihekaufprogramm schrittweise auslaufen zu lassen.

Seither mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die US-Wirtschaft an Fahrt verloren hat. So fiel das Wachstum im zweiten Quartal deutlich geringer aus als zum Jahresauftakt. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit belastet den privaten Konsum, im Juni stagnierten die Ausgaben der Verbraucher unerwartet. Zugleich sparen die US-Amerikaner so viel wie seit einem Jahr nicht mehr, wie das Handelsministerium mitteilte.

Und auch die Industrie bleibt unter Druck: Im Juni sank der Auftragseingang deutlich stärker als erwartet um 1,2 Prozent, die Daten für Mai wurden nach unten revidiert. Die Wirtschaft sei auf einem Erholungskurs, im Privatsektor seien positive Signale zu erkennen, schrieb Geithner in einem am Dienstag veröffentlichten Gastbeitrag für die "New York Times". "Wir haben aber noch einen langen Weg vor uns, um mit dem Finanztrauma und dem Schaden im ganzen Land zurecht zu kommen, und wir werden von Monat zu Monat Schwankungen sehen."

Die Notenbanker dürften bei ihrer Entscheidung besonderes Augenmerk auf die Arbeitsmarktdaten für Juli legen, die am Freitag veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,6 Prozent. In der Krise hat die Fed den Leitzins nahe Null gesenkt und ein milliardenschweres Ankaufprogramm gestartet. Die Bestände an Anleihen und Hypotheken liegen inzwischen bei 2,3 Billionen Dollar - fast dreimal so viel wie 2007.

Hyungwon Kang / REUTERS
Federal Reserve
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