FX Daily Börsentäglich: Markteinschätzung und Prognose rund um Devisen
30 Jan, 2012 @ 09:54 am EDT | written by Forextribe
Griechenland lehnt deutschen Vorschlag ab, seine Haushaltspolitik vorübergehend unter die Kontrolle der EU zu stellen; Troika unzufrieden mit bisherigem Reformfortschritt des Landes, das nun wohl 145 statt 130 Mrd. Euro benötigt, um Pleite abzuwenden.
Einigung über Schuldenschnitt voraussichtlich erst in dieser Woche.
Zum Monatsende und Wochenauftakt dürfte erneut das Thema Schuldenkrise die Marktteilnehmer in seinen Bann ziehen. Das Sondergipfeltreffen der europäischen Regierungschefs findet heute statt und bereits im Vorfeld wurde kontrovers darüber diskutiert, ob weitere Aufstockungen der bestehenden Rettungsschirme möglich und nötig sind. Im Zentrum der heutigen Zusammenkunft wird aber zunächst der Fiskalpakt stehen, der die mittel- und langfristige Haushaltskonsolidierung als Kern beinhaltet, um das Vertrauen der Finanzmärkte in die Solidität der Staatsanleihen und den Euro wieder herzustellen.
Die Marktteilnehmer werden sich in der neuen Woche datenseitig vermutlich auf die wichtigen Veröffentlichungen in den USA konzentrieren. Zu nennen sind dabei zunächst die Einkaufsmanagerindizes des Monats Januar. Die Vorgaben vonseiten der regionalen Industriebefragungen sind positiv. So konnten sich alle bisher veröffentlichten Stimmungstests nochmals verbessern. Mit dem Dallas-Fed-Index (heute) und dem Chicago-PMI (morgen) stehen die letzten Hinweise für den ISM-Industrieindex noch aus. Per saldo rechnen wir mit einem weiteren ISM-Anstieg. Es wäre der dritte Anstieg in Folge. Ebenfalls mit steigender Tendenz zu erwarten ist der ISM-Serviceindex, so dass das Bild abgerundet würde, wonach die US-Wirtschaft robust in das neue Jahr startet. Angesichts der neuen Kommunikationsstrategie der US-Notenbank und der erneut betonten Höhe der Arbeitslosenquote sind es wieder einmal die US-Arbeitsmarktdaten, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Im Trend rechnen wir mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in den USA. Ob aber die Januar-Werte so gut ausfallen, dass die Nullzinserwartung der Fed bis Ende 2014 bereits in Frage gestellt wird, glauben wir nicht. Dennoch sei an dieser Stelle nochmals betont, dass die Erwartungen der Notenbanker sich im Zeitablauf verändern können, wenn sich die Daten nachhaltig zum Positiven entwickeln. Eine Garantie, dass die Leitzinsen noch über zwei Jahre unangetastet bleiben, gibt es jedenfalls nicht.
EUR-USD: Der Euro zeigte sich zum Wochenschluss gestärkt, überwand zeitweise sogar die Marke 1,32 und prallte am nächsten Widerstand um 1,3237 ab. Technisch bleibt der Euro kurzfristig mit weiterem Erholungspotenzial ausgestattet. Die Wochentechnik allerdings mahnt vor zu viel Euphorie. Von einer mittelfristigen Trendwende wollen wir jedenfalls noch nicht sprechen. Angesichts des heutigen EU-Sondergipfels ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Trading Range: 1,3122 - 1,3259.
Ihr Floor Research
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