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Bundesbank-PrÀsident Weber fordert bessere Regulierung



07. March 2010, 17:14 EDT

Bundesbank-PrĂ€sident Axel Weber hat sich fĂŒr eine bessere Regulierung der FinanzmĂ€rkte ausgesprochen.

Der Mangel an effizienter Regulierung habe die Übertreibungen bei der Kreditvergabe zugelassen, sagte das EZB-Ratsmitglied der "Wirtschaftswoche" in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Durch außerbilanzielle KreditgeschĂ€fte sei das Eigenkapital geschont worden. Entsprechende Spekulationsblasen mĂŒssten durch eine "symmetrischere und lĂ€ngerfristig ausgerichtete Geldpolitik - und vor allem durch eine bessere Regulierung" verhindert werden.

Zudem sprach sich Weber erneut gegen höhere Teuerungsraten zur BekĂ€mpfung hoher Staatsschulden aus. "Inflation ist kein verantwortbarer Weg zur Entschuldung", sagte er. Zum Schuldenabbau mĂŒsse die Finanzpolitik selbst auf den Konsolidierungspfad einschwenken, und das nicht nur in Griechenland. Zuletzt hatte sich der Internationale WĂ€hrungsfonds fĂŒr höhere Inflationsziele ausgesprochen. Der Bundesbankchef erklĂ€rte: "Ich halte diesen Vorschlag in der Tat fĂŒr grob fahrlĂ€ssig und schĂ€dlich". Die Vorteile niedriger Inflation seien so evident, dass man sie nicht einer vermeintlich grĂ¶ĂŸeren FlexibilitĂ€t in der Geldpolitik opfern sollte.

Weber betonte, er sei sich sicher, dass der StabilitĂ€tskonsens zwischen Notenbanken und Regierungen bestehen bleibe. Regierungen und Notenbanken stimmten ĂŒberein, dass man nach dem Ende der Krise aus den expansiven Maßnahmen wieder aussteigen mĂŒsse. "Das wird man zĂŒgig auf den Weg bringen mĂŒssen." Dabei sei das "richtige Timing" sicher "ein Balanceakt". Bisher gebe es allerdings keine Anzeichen dafĂŒr, dass das zusĂ€tzliche Zentralbankgeld von den Banken in die Realwirtschaft abfließe und die Preise erhöhe. Um dies weiter beurteilen zu können, schaue das Euro-System "sehr genau auf die Entwicklung monetĂ€rer GrĂ¶ĂŸen wie Kredite und Geldmengen".

Weber rechnet im Moment nicht mit höheren Teuerungsraten: "Nach dem historisch starken Einbruch der Wirtschaftsleistung wird es lĂ€nger dauern, bis wir die KapazitĂ€tsgrenzen wieder erreichen, die Betriebe die Preise fĂŒr ihre Produkte und Dienstleistungen anheben und die Arbeitnehmer höhere Lohnforderung durchsetzen können." FĂŒr die nĂ€chsten ein bis zwei Jahre sehe er dieses Risiko nicht.

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