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Janukowitsch liegt nach Stichwahl in Ukraine vor Timoschenko



08. Februar 2010, 08:52 CET

Oppositionsführer Viktor Janukowitsch hat offenbar die Präsidentschaft-Stichwahl in der Ukraine gewonnen.


wahlen Kiev
Members of a local electoral commission empty a ballot box at a polling station after voting day in Kiev February 7, 2010. Photo:Reuters

Nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen führte er nach Angaben der amtlichen Wahlkommission mit 48,8 Prozent. Auf Ministerpräsidentin Julia Timoschenko entfielen 45,6 Prozent. Während Janukowitsch sich noch am Sonntagabend zum Sieger erklärte und Timoschenko zum Rücktritt aufforderte, hielt deren Lager dem Gegner Wahlfälschung vor und erklärte, nach eigenen Auszählungen von 85 Prozent der Stimmen führe Timoschenko mit 0,8 Prozentpunkten.

Sollte sich der Sieg Janukowitschs bestätigen, müsste Timoschenko damit rechnen, dass das Parlament sie mit einem Misstrauensvotum ihres Amtes enthebt.

Die beiden Kandidaten hatten sich einen erbitterten Wahlkampf geliefert, in dem sie sich gegenseitig der Lüge und Fälschung bezichtigten. Janukowitsch waren bei der Präsidentenwahl Ende 2004 massive Fälschungen zur Last gelegt worden. Damals hatten die Ukrainer mit Protesten eine neue Abstimmung erzwungen, aus der der jetzige Präsident Viktor Juschtschenko als Sieger hervorging. Der Amtsinhaber schied diesmal im ersten Wahlgang aus. Timoschenko war Juschtschenkos Verbündete bei der "Orangenen Revolution", beide sind aber inzwischen zerstritten.

Sowohl Timoschenko als auch Janukowitsch haben sich für gute Beziehungen zu Russland ausgesprochen, streben gleichzeitig aber eine weitere Annäherung an die EU an. Wichtigstes Ziel des neuen Präsidenten dürfte es sein, das Land aus dem politischen und wirtschaftlichen Chaos zu führen. Ein Staatsbankrott konnte zuletzt nur mit Hilfe eines Milliardenkredits des Internationalen Währungsfonds abgewendet werden.

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