Finnland für Strafen bei falschen Defizitangaben 08. Februar 2010, 08:45 CET
Der finnische Finanzminister Jyrki Katainen hat Strafen bei falschen Schulden-Angaben von Euro-Staaten angeregt. ![]() "Es wäre sinnvoll, den Stabilitätspakt so zu reformieren, dass die betreffenden Länder bei falschen Angaben über den Schuldenstand hart bestraft werden," sagte er der Zeitung "Die Welt" vom Montag. Das könne durch hohe Geldbußen geschehen, die abschreckend wirkten. Bislang sei dies nicht möglich. "Es darf nicht jeder machen, was er will - das erschüttert das Vertrauen in den Euro", sagte der Minister. Scharf kritisierte Katainen Griechenland, das über Jahre hinweg falsche Schulden-Statistiken vorgelegt hat und mit seinem auf 12,7 Prozent des BIP korrigierten Haushaltsdefizit 2009 die Gemeinschaftswährung auf Talfahrt geschickt hat. "Ich bin enttäuscht und verärgert, was das Land dem Rest Europas angetan hat", sagte der Finne. Griechenland habe seine Partner in der Währungsunion vorsätzlich über Jahre hinweg hintergangen und die gesamte Euro-Zone in die Irre geführt. Nun müsse Griechenland sich selbst helfen. Eine finanzielle Unterstützung der Euro-Zonen-Länder schließe er kategorisch aus. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) werde nicht einspringen. Der Chef der Euro-Gruppe, der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, hatte beim G-7-Treffen am Wochenende erklärt, das Problem Griechenland werde von den Europäern gelöst. Bei dem Treffen hatten die Europäer versucht, ihren G-7-Partnern die Furcht vor neuen weltwirtschaftlichen Verwerfungen wegen der Finanzprobleme Griechenlands und anderer Euro-Länder zu nehmen. Copyright 2009 Reuters. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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