Marktkommentar Devisen
02 Februar 2010 | 7:55 AM CET
Guten Morgen!
Heute erhält der Devisenmarkt nur wenige fundamentale Impulse. In den USA sind dabei die schwebenden Hausverkäufe von Interesse. Diese dienen als Indikation für die im Verlauf des Monats anstehenden Verkaufszahlen bestehender Immobilien. Eine Stabilisierung des Immobilienmarktes, ohne dass es zu einem erneuten Boom kommt, würde die laufende Konjunkturerholung in den USA unseres Erachtens unterstützen. Europäische Erzeugerpreise und deutsche Einzelhandelsumsätze haben nur geringen Einfluss auf die Devisenmärkte.
EUR-USD: Mit 1,3853 erreichte der EUR-USD-Kurs den tiefsten Stand seit Mitte 2009. Ungeachtet der leichten Erholung bis 1,3938 bleibt das technische Umfeld von Risiken geprägt. MACD und Stochastic sind unvermindert im Verkauf. Auch der DMI ist im Verkauf und die steigende Trendstärke des Abwärtstrends signalisiert der ADX. Mittelfristig überwiegen daher Kursgefahren und ein Test der Tiefpunkte Mitte 2009 bei 1,3833 und 1,3748 bleibt möglich. Unterstützungen sehen wir vorher um 1,3900. Widerstände zeigen sich bei 1,3938 und um 1,400. Trading-Range: 1,3750 – 1,4000.
EUR-GBP: Die fundamentale Datenentwicklung in Großbritannien kann unseres Erachtens nicht für die Schwäche des Britischen Pfundes am gestrigen Tag verantwortlich sein. Zum einen begann die Aufwertung des Euros bereits am Freitag vergangener Woche, zum anderen zeigte sich insbesondere der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in Großbritannien mit einem Anstieg auf 56,7 Punkte überraschend stark. Zwar wurden auch die kontinentaleuropäischen Pendants gegenüber den Vorabschätzungen nach oben revidiert, der britische Wert liegt aber höher als diejenigen in Frankreich und Deutschland. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass heute keine nennenswerten britischen Fundamentaldaten auf der Agenda stehen, richtet sich der Blick auf die technische Verfassung bei EUR-GBP. Hierin sehen wir den Haupttreiber der jüngsten Erholung. Die Tiefststände des Euros Ende Januar bei knapp 0,86 GBP wurden nicht von den quantitativen Indikatoren begleitet. Diese positiven Divergenzen, bei gleichzeitig überverkaufter Marktlage, begünstigten die laufende Erholung. Die Trendfolger sind derweil noch im Verkauf, so dass bislang nur von einer Korrektur ausgegangen werden kann. Dabei bleibt festzuhalten, dass das 38,2 %-Retracement des Euro-Kursverlustes in der zweiten Januarhälfte bei 0,8765 bereits erreicht wurde. Entscheidend wird sein, ob es dem Euro gelingt, den Widerstand um 0,88 GBP zurückzuerobern. In diesem Falle dürften die Tiefs um 0,8850 sowie das 61,8 %-Retracement bei 0,8865 ins Visier der Marktteilnehmer rücken.
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