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Laptop reicht um beliebige Handygespräche zu belauschen



Von Martin Kaleta
01. February 2010, 11:58 EDT

Bereits seit einigen Jahren ist bekannt, dass sich die Verschlüsselung des globalen Mobilfunkstandards GSM leicht knacken lässt - doch bis vor kurzem waren dafür zumindest noch professionelle Werkzeuge nötig. Jetzt kann allerdings so gut wie jeder Mithören! Auf dem 26. Chaos Communication Congress (26C3) wurde demonstriert, wie man nur mit einem normalen Laptop und downloadbarer Software beliebigen Gesprächen in Funkreichweite lauschen. Der von über 200 weltweit operierenden Mobilfunkanbietern verwendete Standard für volldigitale Mobilfunknetze, das Global System for Mobile Communication (GSM), ist nicht abhörsicher!

Der Chaos Computer Club (CCC) zeigte auf dem 26C3 wie es mit einem handelsüblichen Notebook und einer geeigneten Empfängerhardware, wie sie z.B. in UMTS-Internet-Sticks oder auch vielen Netbooks millionenfach ausgeliefert wird, für jedermann ohne größeren Aufwand oder spezielle Kenntnisse möglich ist, Gespräche abzuhören oder heikle Daten aus Kurzmitteilungen abzufangen.

Der seit 20 Jahren genutzte Verschlüsselungsalgorithmus entspricht ohnehin seit längerem nicht den modernen Sicherheitsstandards. Er besteht aus einem Session-Key mit nur 64 Bit, also einem binären Code mit 64 Nullen und Einsen. Moderne Verschlüsselungsalgorithmen, wie sie bspw. bei Computern Anwendung finden, bestehen meist aus Codes mit mindestens 128 bis 256 Stellen.

Zwar bestritten die Verantwortlichen der GSM Association (GSMA) in London bisher die Brisanz der vorliegenden Abhör-Attacke seitens des CCC, verwiesen aber dennoch auf eine künftige Umstellung der Sicherheitsstandards. Diese Umstellung wird aber erst im Zuge der Umrüstung auf die nächste Mobilfunknetz-Generation stattfinden, und liegt damit für die meisten Provider noch einige Jahre in der Zukunft. Dabei gäbe es laut dem Chaos Computer Club die Möglichkeit, auch das bestehende Netz durch ein relativ simples Update sicher zu machen. Bislang scheuen die Provider diesen Aufwand noch - vielleich ändert sich dies durch die nun vermehrt zu erwartenden Lauschattacken.

Für den Endbenutzer ist also Vorsicht geboten. Persönliche oder heikle geschäftliche Angelegenheiten sollten nach Möglichkeit nicht am Mobiltelefon besprochen oder in Form einer SMS-Nachricht verschickt werden. Gerade in Zeiten, in denen sich Mobiltelefone (Smartphones) wegen ihrer Anwendungsvielfalt im privaten sowie im geschäftlichen Bereich immer stärker durchsetzen und der Datenverkehr stetig zunimmt, ist ein disziplinierter Umgang mit vertraulichen Daten wichtiger denn je.

von Martin Kaleta

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