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Nokia profitiert vom Smartphone-Boom



29. Januar 2010, 09:08 CET

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia baut dank glänzender Smartphone-Verkäufe seine Vormacht-Stellung wieder aus.


Nokia profitiert vom Smartphone-Boom
A woman uses her mobile telephone as she passes a Nokia advert in London July 20, 2009. REUTERS

Der Marktanteil im lukrativen Smartphone-Geschäft legte im vierten Quartal um fünf Prozent auf 40 Prozent zu, wie der finnische Konzern am Donnerstag mitteilte. Gewinn und Umsatz lagen über den Erwartungen. Die Nokia-Aktien schossen zeitweise um mehr als 13 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit drei Monaten. US-Konkurrent Motorola hingegen enttäuschte mit einem düsteren Ausblick für das laufende Quartal: Der Konzern erwartet einen Verlust, weil die Entwicklung neuer Smartphones hohe Kosten verursacht.

Nokia-Finanzchef Timo Ihamuotila sagte zu Reuters TV: "Dieses Quartal gibt uns guten Schwung für 2010". Trotzdem müsse man vorsichtig bleiben, da die Wirtschaft noch nicht wieder ganz auf den Beinen sei. Die Nachfrage nach Mobiltelefonen sei im vierten Quartal zwar wieder gewachsen - im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent. Sie sei aber weiter fragil. Nokias bereinigter Gewinn fiel leicht auf 0,25 Euro pro Aktie. Damit lag der Konzern aber über den Analysten-Prognosen. Nokia übertraf mit einem Nettoumsatz von zwölf Milliarden Euro ebenfalls die Erwartungen.

Noch im vorangegangenen Quartal befand sich der Konzern, der bei Smartphones vor allem mit Apple und Research in Motion konkurriert, überraschend in den roten Zahlen. Eine Abschreibung auf die gemeinsam mit Siemens betriebene Netzwerktochter NSN hatten dem Konzern einen Verlust von 913 Millionen Euro bereitet.

"Das sind in jedem Bereich unglaublich starke Zahlen", sagte Analyst Per Lindtorp. RIM und Apple hatten Nokia zuletzt mit dem iPhone und dem Blackberry hart zugesetzt. Laut Branchenkenner Geoff Blaber entwickelte sich Nokia auf dem Smartphone-Markt trotz guter Quartalsergebnisse der Konkurrenten stark. Nokia setzt sich immer mehr mit seinen günstigen und einfach bedienbaren Handys auf dem Markt durch. Hauptverlierer beim Marktanteil sei nunmehr Apple, sagten Analysten.

Motorola erwartet für das laufende erste Quartal einen Verlust von einem bis drei Cent je Aktie. Grund seien die hohen Kosten, die mit der Markteinführung weiterer Smartphones verbunden seien. Dies entsetzte die Anleger, die weiter mit schwarzen Zahlen gerechnet hatten: Motorola-Aktien stürzten in New York mehr als elf Prozent ab. Der Absatz ging im Schlussquartal zurück. Er fiel in den drei Monaten auf zwölf Millionen von 13,6 Millionen Handys im Vorquartal. Analysten hatten mit einem Absatz von 14,8 Millionen Handys gerechnet. Allerdings wurden mit zwei Millionen Smartphones mehr dieser Alleskönner verkauft als erwartet. Motorola erzielte einen Gewinn von 142 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 3,7 Milliarden Dollar unter hohen außergewöhnlichen Belastungen ein Jahr zuvor. Der Umsatz ging im Schlussquartal etwas stärker als erwartet um 20 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar zurück.

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