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Postbank kämpft mit neuen Belastungen - Verluste bleiben



05. November 2009, 14:52 CET

Die Postbank kommt in diesem Jahr wegen der Finanzkrise nicht aus den roten Zahlen.


Postbank Berlin Reuters
People enter a building of Deutsche Postbank AG in Berlin February 26, 2009. Photo: Reuters

Der Vorstand der größten deutschen Privatkundenbank stimmte die Märkte am Donnerstag auf weitere Wertberichtigungen auf Risikopapiere und Belastungen durch faule Kredite ein. Im dritten Quartal schlug bei der Post-Tochter besonders die Pleite des US-Mittelstandsfinanzierers CIT negativ zu Buche. Abschreibungen auf entsprechende Papiere brockten der Postbank einen Vorsteuerverlust von 59 Millionen Euro ein - fast doppelt so hoch wie erwartet. Vor einem Jahr - zum Höhepunkt der Krise - waren es noch rund eine halbe Milliarde Euro.

So lange das Geldhaus mit seinen gut 14 Millionen Kunden in den roten Zahlen steckt, dürfte eine schnelle Komplettübernahme durch die Deutsche Bank nicht anstehen. "Wir sehen weiter keinen Grund, warum die Deutsche Bank in naher Zukunft ein großzügiges Angebot an die Aktionäre machen sollte", urteilen die Analysten des Investmenthauses Keefe, Bruyette & Woods in einer Kurzstudie. Die größte deutsche Bank hält knapp 30 Prozent an der Postbank und übernimmt über eine Umtauschanleihe 2012 die Mehrheit von der Post. An den Märkten wird aber spekuliert, dass schon vorher ein Kauf anstehen könnte. Dagegen spricht aber auch die vergleichsweise schwache Kapitalausstattung der Postbank, die auf eine Kernkapitalquote von acht Prozent kommt. Eine Übernahme würde die in Krisenzeiten besonders wichtige Kapitaldecke der Deutschen Bank ausdünnen.

RISIKOVORSORGE UNTER EUROPÄISCHEM SCHNITT

Im Gesamtjahr werde vor Steuern ein Minus stehen, erklärte Postbankchef Stefan Jütte. Das Marktumfeld sei weiter sehr labil. "Auch für das vierte Quartal rechnet die Bank mit Belastungen für ihr Handels- und ihr Finanzanlageergebnis." Allerdings sei der Höhepunkt der Krise wohl erreicht.

Auch bei der Vorsorge für faule Kredite rechnet die Bank zum Jahresende nochmal mit einem leichten Anstieg. Im dritten Quartal legte sie hierfür 173 Millionen Euro zurück - 30 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Hauptgrund waren höhere Belastungen bei gewerblichen Immobilienkrediten in Folge des Konjunkturabschwungs. Die Postbank liege damit aber weiter deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, betonte Finanzchef Marc Hess. Andere Privatkundenbanken wie die größere spanische Santander haben Milliardensummen zurückgelegt.

Im dritten Quartal belastete allein der Zusammenbruch von CIT das Ergebnis der Postbank mit 61 Millionen Euro. Abgefedert wurden die neuen Belastungen aber durch Wertzuwächse bei einigen Papieren im Portfolio dank der Erholung an den Finanzmärkten. Im vergangenen Jahr waren diese Engagements noch für hohe Abschreibungen verantwortlich. Die Postbank enttäuschte die Anleger dennoch mit ihren Zahlen und dem Ausblick. Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Aktie gab in einem schwächeren Marktumfeld mehr als drei Prozent nach.

Als Lehre aus der Krise hatte bereits Jüttes Vorgänger Wolfgang Klein einen Strategiewechsel eingeleitet. Die Postbank will sich künftig stärker auf das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden konzentieren und die riskanten Anlageportfolios abbauen. "Zurück zu den Wurzeln der Postbank", beschrieb Finanzchef Hess die Marschroute. Diese Neuausrichtung geht kurzfristig zu Lasten von Gewinnen - zumal dem Institut im Privatkundengeschäft die niedrigen Zinsen und der harte Wettbewerb zu schaffen machen. Das Geldhaus reagiert hierauf mit Kostensenkungen, etwa bei der Abwicklung von Bankgeschäften. Mittelfristig peilt der Vorstand eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern an, wovon die Bank derzeit mit drei Prozent aber noch weit entfernt ist.

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