Indische Käufe schicken Goldpreis auf Rekordhoch 04. November 2009, 16:36 CET
Der Goldpreis ist am Mittwoch dank eines etwas schwächeren Dollar und überraschender Goldkäufe Indiens auf ein Rekordhoch von 1095,05 Dollar gestiegen. ![]() Der nachgebende Greenback schob auch die anderen Rohstoffpreise an. Im Fokus steht Analysten zufolge das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank Fed. Diese will am Abend über ihre weitere Politik informieren. Es wird zwar nicht damit gerechnet, dass die Fed die Leitzinsen erhöht, mit Spannung werden aber die Aussagen zum wirtschaftlichen Ausblick erwartet. Hauptauslöser der jüngsten Goldpreisrally waren der Commerzbank zufolge die unerwarteten Käufe der indischen Zentralbank. Diese hatte Ende Oktober 200 Tonnen Gold vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erworben. "Diese Nachricht zeigt, dass die Zentralbanken der Schwellenländer auch bei den derzeit hohen Preisen bereit sind, Gold zu akkumulieren, um ihre Devisenreserven zu diversifizieren", hieß es in einem Kommentar der Bank. Es werde nun spekuliert, dass China die andere Hälfte des zum Verkauf stehenden IWF-Goldes kaufen werde. Die Nachricht vom Goldkauf Indiens habe auch wieder Finanzanleger in den Markt gelockt, welche dem Edelmetall zuletzt die kalte Schulter gezeigt hätten. Sollte die Fed keine Signale für einen bevorstehenden Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik geben, könnte der Commerzbank zufolge der US-Dollar erneut unter Druck geraten und damit den Goldpreis weiter beflügeln. Die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage schob den Ölpreis wieder über 80 Dollar. Genährt wurde dies Händlern zufolge von den überraschend gefallenen US-Rohölbeständen. Der Interessenverband der Öl- und Gasindustrie API hatte am Vorabend einen Rückgang der US-Ölvorräte in der Vorwoche um 3,3 Millionen Barrel bekanntgegeben. Analysten hatten hingegen mit einer Zunahme um 1,4 Millionen Barrel gerechnet. Das Fass der US-Leichtölsorte WTI verteuerte sich um knapp ein Prozent auf 80,32 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 78,73 Dollar 0,8 Prozent mehr als am Dienstag. Der schwächere Dollar schob auch die Metallpreise an. Eine Tonne Kupfer verteuerte sich um rund ein Prozent auf 6602 Dollar. Auch die Preise der anderen Industriemetalle stiegen: Zink verteuerte sich um 1,6 Prozent, Aluminium um 0,7 Prozent und Blei sogar um knapp zwei Prozent. Copyright 2009 Reuters. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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